Bengalo nach Fortunaspiel gezündet - Bewährungsstrafe für Monheimer

Drei Monate auf Bewährung lautete das Urteil für einen Anhänger der Düsseldorfer Fortuna, der in der Düsseldorfer Altstadt eine bengalische Fackel gezündet hatte.
Drei Monate auf Bewährung lautete das Urteil für einen Anhänger der Düsseldorfer Fortuna, der in der Düsseldorfer Altstadt eine bengalische Fackel gezündet hatte.
Foto: WAZ FotoPool
Ein 28-Jähriger aus Monheim wurde am Donnerstag in Düsseldorf zu drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Er hatte nach dem aufsehenerregenden Relegationsspiel der Düsseldorfer Fortuna gegen Hertha BSC Berlin in der Düsseldorfer Altstadt inmitten einer Menschenmenge eine bengalische Fackel gezündet.

Düsseldorf. Für einen Fortuna-Fan, der den Aufstieg des Fußballvereins Fortuna Düsseldorf in die Bundesliga mit einem Bengalo gefeiert hatte, kam es dicke: Das Amtsgericht Düsseldorf verurteilte den Monheimer (28) zu drei Monaten Haft auf Bewährung. Zudem darf er in dieser Saison bei keinem Fußballspiel mehr dabei sein.

Damit hatte der junge Mann, der keinen Anwalt hatte, nicht gerechnet. Schon nach dem Plädoyer des Staatsanwalts, der 5000 Euro Geldstrafe gefordert hatte, sagte er: „Ich bin schockiert.“ Das Urteil fiel dann noch härter aus.

Er hatte nach dem Relegationsspiel von Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC am 15. Mai 2012 in der Düsseldorfer Altstadt gefeiert. Dabei hielt er ein Bengalo in die Höhe, andere Fans standen johlend um ihn herum. Polizisten sahen das gefährliche Feuer, zwangen seinen Arm herab, ließen die Fackel auf dem Boden ausbrennen.

„Ich habe nicht nachgedacht“

Der Angeklagte erklärte, ihm sei das Bengalo von anderen angeboten worden. „Ich habe dabei nicht nachgedacht. Es war eine doofe Idee“. Einer der Polizisten berichtete, der junge Mann habe damals die Sache heruntergespielt mit: „Ist doch nicht so schlimm!“

Der Richter sah das anders. Er ließ einen Sprengstoffexperten die Gefährlichkeit von Bengalos erklären: Dass die Flamme bis zu 2500 Grad heiß wird, heiße Asche aus der Fackel falle, die schwere Verletzungen verursachen könne. Auch der Rauch ist schädlich.

Das war mit Grund für den Richter, den 28-Jährigen aus Monheim nicht nur wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz zu verurteilen, sondern auch wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung: „Sie haben in Kauf genommen, dass andere verletzt werden.“

Monheimer nahm das Urteil sprachlos entgegen

Eine Freiheitsstrafe – ungewöhnlich für Ersttäter – müsse sein: „Der Öffentlichkeit ist klar zu machen, dass so etwas nicht geduldet werden kann.“ Auch er als Dauergast im Stadion müsse eindrücklich gewarnt sein. In der aktuellen Saison soll er dort aber nicht mehr auftauchen: Als Bewährungsauflage ist ihm jegliche Teilnahme an Fußballspielen verboten, sonst kann die Bewährung widerrufen werden. Zudem muss er 500 Euro an die Organisation „Gemeinsam gegen Kälte“ zahlen. Der 28-Jährige nahm das Urteil sprachlos entgegen. Er kann noch in Berufung gehen.

 
 

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