Bauverein-Wohnungen Ende 2016 fertig

Hilden..  Wer in Hilden Wohnungen bauen will, braucht mitunter einen langen Atem. Im November 2009 stellte der Gemeinnützige Bauverein Hilden den Antrag, auf eigenen Grundstücken zwischen Ohligser Weg, An den Linden und Kirschenweg bis zu 70 neue Wohnungen für die Mitglieder der Genossenschaft zu bauen. Was folgte, waren fünf Jahre Streit und erbitterte Diskussionen. Bürgeraktion, der Bund für Umwelt und Naturschutz Hilden und die Bürgerinitiativen LOK und Mut versuchten, das Vorhaben mit allen Mitteln zu verhindern. Am 17. Dezember 2014 stimmten alle Ratsfraktionen dem Bebauungsplan zu – mit Ausnahme der Bürgeraktion. Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt wird der B-Plan noch im Januar rechtskräftig. Bis freilich die Bauarbeiten beginnen können, ist noch viel zu tun, erläutert Lars Dedert, Geschäftsführender Vorstand des Bauvereins: „Wenn alles klappt, können die ersten Mieter Ende 2016, Anfang 2017 einziehen.“

Rahmenvertrag geschlossen

Die neuen Wohnungen sollen auf Hinterland entstehen. Das muss mit Straßen, Kanälen und Versorgungsleitungen erschlossen werden. Der Bauverein hat deshalb mit der Kommune einen Rahmenvertrag geschlossen. „Das bedeutet, dass wir noch in diesem Jahr zwei Erschließungsstraßen bauen können“, erläutert Dedert. Nächster Schritt: Die Genossenschaft muss gemeinsam mit den Planern und Architekten die Vorplanungen so weit vervollständigen, dass sie einen Bauantrag einreichen kann. Erst wenn die Baugenehmigung vorliegt, können die Bagger anrollen. Das wird noch in diesem Jahr sein, hofft Dedert.

Daneben müsse mit den Banken über die Finanzierung verhandelt werden. „Die fünf Jahre andauernde Diskussion hat uns viel Geld gekostet“, sagt der Geschäftsführende Vorstand: „Die Zinsen sind zwar immer noch historisch niedrig, aber die Baukosten sind in dieser Zeit um rund 17 Prozent gestiegen.“ Der Bauverein will zunächst nur sieben Häuser mit jeweils fünf Wohnungen am Kirschenweg in Richtung Narzissenweg errichten: „Wir wollen erst die Nachfrage testen.“ Das Büro Björn Füchtenkord aus Langenfeld gewann den Architekturwettbewerb des Bauvereins.

Die Neubauten fügen sich mit ihren Traufhöhen und steilen Satteldächern harmonisch in die Umgebungsbebauung ein. Je Haus (470 Quadratmeter Wohnfläche) sind fünf unterschiedliche Wohnungen mit 45 bis 110 Quadratmeter Fläche auf drei Ebenen vorgesehen. Alle haben eine eigene Loggia, Balkon oder Terrasse, erläutert Füchtenkord. Es gibt geschlossene und offene Küchen. Die beiden Wohnungen im Erdgeschoss sind rollstuhlgerecht, die Wohnungen im Obergeschoss altengerecht.

Vorstandsmitglied und ehemaliger Baudezernent Maximilian Rech hebt die großzügigen Freiflächen zwischen den neuen Häusern hervor: „Das ist ein mustergültiges Projekt für den Quartiersumbau.“

Als das Projekt vor fünf Jahren vorgestellt wurde, erlebte der Bauverein einen derartigen Ansturm von neuen Mitgliedern, das ein Aufnahmestopp verfügt werden musste. Der wurde inzwischen wieder aufgehoben. „Wir nehmen wieder neue Mitglieder auf“, bestätigt Dedert.

Der Bauverein hat gut 1000 Mitglieder und besitzt mehr als 900 Wohnungen in 164 Häusern. Wie hoch die Miete für die geplanten Wohnungen ausfällt, sei wegen der noch ungeklärten Finanzierung und Entwicklung der Zinsen nicht kalkulierbar. Dedert: „Wir gehen von einer Kaltmiete von 8 Euro bis 8,50 Euro aus.“

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