Baugenehmigung für TDI-Anlage bei Bayer

Dirk Neubauer
Die neue TDI-Anlage von Bayer Dormagen                                                                                                    Foto: Bayer
Die neue TDI-Anlage von Bayer Dormagen Foto: Bayer
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Monheim/Dormagen. Sie ist farblos bis leicht gelblich und riecht stechend: Die Flüssigkeit Tuluol-Diisocyanat, abgekürzt TDI. In der EU-Gefahrstoffverordnung trägt sie die Klassifizierung T+, „Sehr giftig“. Denn sie reizt Augen, Haut und Atmungsorgane. 300 000 Tonnen TDI pro Jahr will Bayer in seinem Werk Dormagen künftig herstellen. Gestern teilte das Unternehmen mit, dass die Bezirksregierung in Köln die Zulassung für den vorzeitigen Baubeginn der neuen, 150 Millionen Euro teuren TDI-Anklage erteilt habe. Die Betriebsgenehmigung werde im Frühjahr 2012 erwartet.

Ab 2014 soll in der neuen Anlage produziert werden, gegen die unter anderem die Monheimer Grünen Einwände formuliert hatten. Sie richteten sich vor allem gegen die Sicherheitsvorkehrungen rund um die neue TDI-Anlage. Bei einem Unfall liege Monheim mitten in der Hauptwindrichtung, so die Grünen.

Anders als bei der CO-Pipeline war Bayer sehr darauf bedacht, Bürger mit Bedenken und Kritiker nach Dormagen einzuladen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Aus Sicht des Unternehmens erfüllt die neue Anlage höchste Anforderungen an die Sicherheit. Zu den Maßnahmen zähle eine erdbebensichere und sturmfeste Außenhülle, die ständig überwacht werde. Bewusst habe sich Bayer für eine „Einhausung aus Metall“ entschieden, die auf einer stabilen Stahl-Konstruktion angebracht werde. Zudem sei das Belüftungskonzept „robust“. Falls TDI aus der Anlage entweiche, werde die Außenhülle verhindern, dass der Stoff in die Umwelt austrete. Der TÜV Rheinland hat diesen Plänen seinen Stempel aufgedrückt: „keine Umweltgefahr“.

„Wir freuen uns, dass der Bau für dieses wichtige Projekt nun gestartet und unsere Planungen entsprechend in den kommenden zwei Jahren verwirklicht werden können“, sagte Joachim Wolff, der im Vorstand von BayerMaterialScience für die Geschäftseinheit Polyurethane zuständig ist.

TDI ist ein Vorprodukt für diese Weichschäume, aus denen Matratzen, Polster, Schwämme und Verpackungen bestehen. Bayer rechnet mit einer steigenden Nachfrage. Der Neubau in Dormagen ersetzt bestehende TDI-Anlagen dort und in Brunsbüttel.