Arena: Rote Karte für Radfahrer

Fortuna-Fans fahren mit der Rheinbahn zur Arena.
Fortuna-Fans fahren mit der Rheinbahn zur Arena.
Foto: Uwe Schaffmeister
Zu schmale Wege, zu wenig Abstellplätze: Bei Fortuna-Spielen regiert rund um das Düsseldorfer Stadion das Chaos.

Wenn morgen Mittag die Fortuna gegen Dresden spielt, werden sich wieder viele Fans mit dem Fahrrad auf dem Weg in die Arena machen. Immer mehr Düsseldorfer meiden bei Großveranstaltungen im Stadion volle Busse und Bahnen oder nervige Staus mit dem Auto. Doch der Ritt auf dem Drahtesel hat – vor allem über die Hauptverkehrsader Rotterdamer Straße – so seine Tücken. „Es gibt auf dieser Strecke einen einzigen Fahrradweg, der so schmal ist, dass sich die Radler noch nicht einmal überholen können“, sagt Grünen-Fraktionssprecher Norbert Czerwinski. „Das sind unhaltbare Bedingungen.“

Vor und vor allem nach Fortuna-Spielen regiert an der Arena das Chaos. Der Radweg liegt direkt an der Rotterdamer Straße, ist nicht gut gekennzeichnet und viel zu schmal. Viele Biker weichen auf den von Bäumen gesäumten Fußgängerweg aus, auf dem zwar Radeln erlaubt ist, auf dem es aber ebenso trubelig zugeht. Immer wieder gibt es kritische Situation, Passanten springen zur Seite, Radler bremsen, kommen ins Schliddern. Ein Wunder, dass noch keine schlimmen Unfälle passiert sind. Czerwinski fordert schon lange einen beidseitigen Radweg auf der breiten, vierspurigen Rotterdamer Straße zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Arena.

Und auch Martin Volkenrath (SPD) sagt: „Es muss etwas passieren!“ Der Vorsitzende des Ordnungs- und Verkehrsausschusses schlägt sogar vor, direkt nach Abpfiff von Bundesligaspielen eine Spur von der Arena weg für die Radfahrer frei zu halten. „Für eine freie Fahrt in die Altstadt!“

Alkoholtests bei Radfahrern?

Manfred Neuenhaus (FDP) sieht das grundsätzliche Problem rund ums Stadion eher im „schwierigen Miteinander zwischen Autofahrern, Fußgängern und Radlern, wobei Letztere sicher am wenigsten Rücksicht nehmen.“ Er sei ja „absolut dafür“, dass die Düsseldorfer mit dem Rad zum Stadion fahren, so der Fraktionschef der Liberalen. „Aber man sollte vielleicht nach den Spielen auch über Alkoholkontrollen bei den Fahrradfahrern nachdenken.“

Die Rote Karte gezeigt bekommen die Fortuna-Fans auch in Sachen Fahrradparkplätze. Bei den jüngsten Spielen wurden rund um die Arena im Schnitt 4000 Drahtesel gezählt, fest installierte Abstellplätze gibt es aber nur 300 – zwischen Wendeschleife der Rheinbahn und Kreisverkehr.

Das Thema kam vergangene Woche vor den Ordnungs- und Verkehrsausschuss. Auf die SPD-Anfrage, wie viele sichere Fahrradparkplätze in der Arena sowie deren direktem Umfeld errichtet werden können, um den steigenden Bedarf nach Abstellanlagen Rechnung zu tragen, gab’s von der Verwaltung eine eher unbefriedigende Antwort. Es seien bei den Spielen am Löwentor (Nordeingang) 200 und am Lohauser Deich 240 Abstellmöglichkeiten jeweils temporär eingerichtet. Ansonsten könnten an dem Arena-Gelände aus Sicherheitsgründen keine weiteren Abstellplätze installiert werden.

Rund 65 Prozent der Stadionbesucher nutzen bei Fortunaspielen oder Konzerten zurzeit die öffentlichen Verkehrsmittel, und die Rheinbahn legt sich richtig ins Zeug, damit ihre Kunden einigermaßen komfortabel zum Ziel kommen. Zum Dresden-Spiel am Sonntag etwa (Anpfiff: 13.30 Uhr) wird die Linie U 78 zu Spitzenzeiten vor und nach der Partie zwischen Hauptbahnhof und der Station „Arena/Messe Nord“ im Fünf-Minuten-Takt unterwegs sein. Zudem wird eine Stunde vor sowie eine Stunde nach dem Spiel die Haltestelle Mörikestraße nicht mehr bedient, damit die Leute schneller ins Stadion bzw. nach Hause kommen. Die Tour mit dem ÖPNV ist gratis, da die Eintrittskarte gleichzeitig als Fahrschein gilt.

Aber noch ungebundener ist man eben mit dem Rad. „Aber dafür müssen wir das Chaos erst noch in den Griff bekommen“, betont SPD-Experte Martin Volkenrath.

 
 

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