Apostelkirche liegt in Trümmern

Düsseldorf.. Vor 50 Jahren wurde die Apostelkirche an der Metzkauser Straße feierlich eingeweiht. Jetzt ist sie nur noch ein Trümmerhaufen.

Bei vielen evangelischen Gemeindemitgliedern löst der Anblick des riesigen Schutthaufens Trauer, Wut und Empörung aus. „Der Anblick schmerzt sehr“, sagen sie.

Nur der Beton-Rahmen
muss stehen bleiben

Auch Kinderarzt Wilfried Kratzsch gehört zu den Trauernden. Er war 21 Jahre im Presbyterium tätig, seine Frau leitete 16 Jahre lang ehrenamtlich den Kindergottesdienst, unterrichtete zehn Jahre lang Konfirmanden. Gemeinsam mit einer großen Gruppe von Bürgern kämpfte das Ehepaar für den Erhalt. Vergeblich.

„Wie liegt die Stadt so wüst, die voll Volks war“, heißt es in einem Nachruf, den die Gruppe jetzt in einer Düsseldorfer Tageszeitung veröffentlichte. Der Spruch stammt aus den Klageliedern Jeremias. Im Text bedanken sich die Gerresheimer dafür, dass die Apostelkirche 50 Jahre „unsere kirchliche Heimat“ war und ergänzen: „Statt das Jubiläum mit festlichen Aktivitäten zu feiern, müssen wir dem Abriss zusehen“.

Glockenturm, Kirche, Jugendheim und Kindergarten sind verschwunden. Die Orgel ist verkauft, das wertvolle Fenster (10mal 8 Meter) von Ernst Otto Köpke ist eingelagert. Stehen geblieben ist ein Beton-Rahmen, der das Mosaikfenster umgab. Weil sich darunter elektrische Anlagen für das angrenzende Wohngebiet befinden, konnte er als Einziges noch nicht eingerissen werden.

Für diese Wohnsiedlung aus der Zeit von 1920 bis 1928 , gilt zwar eine Erhaltungssatzung, weil sie „beispielhaft wesentliche städtebauliche und architektonische Gestaltungsmerkmale der 20er Jahre zeigt“. Die 1960 errichtete Kirche falle jedoch nicht unter die Satzung, hatte das Bauaufsichtsamt im September mitgeteilt. Deshalb werde die Abbruchgenehmigung ohne Bedenken erteilt, so die Verwaltung .

Kirche und Diakonie begründen die Aufgabe der Apostelkirche mit finanziellen Zwängen. Auf dem frei geräumten Gelände sollen ein Pflegeheim, Kita, Jugendtreff und Tiefgarage gebaut werden. Nach der Gnadenkirche ist die Apostelkirche bereits das zweite Gotteshaus, das die evangelische Gemeinde in diesem Jahr aufgegeben hat..

 
 

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