AfD-Hochschulgruppe bestückt Heine-Statue mit Sturmgewehr

Das Heine-Denkmal auf dem Düsseldorfer Uni-Campus: Mehrfach wurde die Figur bereits verunstaltet.
Das Heine-Denkmal auf dem Düsseldorfer Uni-Campus: Mehrfach wurde die Figur bereits verunstaltet.
Foto: Daniel Roth
Campus Alternative Düsseldorf hat für neue Aktion auch wieder die Heine-Statue "entfremdet". Uni-Rektorin distanziert sich mit deutlichen Worten.

Düsseldorf. Die Campus Alternative Düsseldorf, die Hochschulgruppe der AfD will mit ihrer neuen Aktion „Nein zur Zivilklausel: Intellektuell aufrüsten“ auf die „gefährliche Entgleisung in der deutschen Hochschulpolitik aufmerksam machen“. Sie prangern an, dass es an der Heinrich-Heine-Universität (HHU) „nicht mehr möglich sei, im militärischen Bereich zur Verteidigung“ des Landes zu forschen. Weiter heißt es in einer Mitteilung: „Ein Befassungsverbot mit militärischer Forschung ist insbesondere in der aktuellen geopolitischen Lage weltfremd und gefährlich.“ Die Hochschulgruppe sieht darüber hinaus die „westliche Welt“ durch „chemische und Atomwaffen“ in Gefahr und fürchtet die Ausbreitung des „religiösen Fanatismus“.

Uni-Rekorin distanziert sich von dieser Aktion

Von dieser Aktion distanziert sich Anja Steinbeck, Rektorin der HHU mit deutlichen Worten: „Mit dieser Aktion wird das humanistische Vermächtnis Heinrich Heines beschmutzt, um auf niedrigstem Niveau Aufmerksamkeit zu generieren. Diese Darstellung ist eine substanzlose Provokation, von der sich die Heinrich-Heine-Universität entschieden distanziert.“

Benjamin Bartels, erster stellvertretender Vorsitzender des AStA der HHU kritisiert ebenfalls die Hochschulgruppe. „Sie kommen mit einem Anliegen, an dem man – selbst wenn man es ändern wollte – es nicht kann. Das betrifft nicht die Hochschul-, sondern die Landesebene“, so Bartels. Die Universität sei der absolut falsche Ort für die Aktion. Natürlich könne man das Gespräch suchen, aber „nicht auf diese Art“. Denn die Universität, als öffentlicher Dienst, sollte von Militär getrennt sein. Wer den militärischen Input vermisst oder ihn sich wünscht, kann an die Bundeswehr-Universitäten in München und Hamburg gehen, so Bartels weiter.

„Heine ist eine Figur des Friedens und nicht des Krieges“

Für ihre Aktion hat die Hochschulgruppe die Heinrich Heine Statue vor der Uni mit einem Plakat, einem Sturmgewehr, Patronengurt und Camouflagehelm bestückt. Das ist nicht das erste Mal, dass die AfD-Hochschulgruppe die Statue für ihre Zwecke missbraucht. Bereits im Mai hatten sie die Statue mit einer Burka verhüllt. Die Uni distanzierte sich davon.

Wenig Verständnis für diese Aktion

Auch für die neue Aktion zeigt Bartels wenig Verständnis. „Das ist eine völlige Zweckentfremdung der Statue und bestimmt nicht im Sinn von Heinrich Heine.“ Aufgrund Heines jüdischen Herkunft wurde der Dichter über seinen Tod hinaus von Nationalsozialisten angefeindet. „Heine ist eine Figur des Friedens und nicht des Krieges“, sagt Bartels. Auch Steinbeck sieht das so: „Heine war ein Kosmopolit, der für die friedliche Koexistenz der Völker eintrat.“

 
 

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