22-Jähriger bei Messerattacke in Düsseldorfer Wettbüro schwer verletzt

Michael Mücke
Bei einer sofort eingeleiteten Fahndung wurde der gesuchte Messerstecher gefunden.
Bei einer sofort eingeleiteten Fahndung wurde der gesuchte Messerstecher gefunden.
Foto: Uwe Schaffmeister
Die Polizei rätselt weiter über die Hintergründe einer Messerattacke in einem Wettbüro an der Düsseldorfer Corneliusstraße. Bei dem heimtückischen Angriff wurde ein 22-Jähriger schwer verletzt. Der Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft und schweigt.

Düsseldorf. Der junge Mann hatte keine Chance, sich zu wehren. Unvermittelt attackierte der Täter den 22-Jährigen in einem Wettbüro an der Corneliusstraße, holte sein Klappmesser aus der Tasche und stach mehrmals auf das Opfer ein, das schwere Verletzungen am Oberkörper erlitt.

Dem herbeigerufenen Notarzt gelang es, die Blutungen zu stoppen. Wenig später wurde der Niedergestochene in der Klinik operiert. Die Polizei konnte den Täter bei einer sofort eingeleiteten Großfahndung in Friedrichstadt stellen.

Erst Donnerstag nannte das Präsidium erste Einzelheiten zur Bluttat am Dienstagabend. Die Hintergründe sind für die Mordkommission "MK Cornelius" noch völlig unklar. Der Messerstecher schweigt, das Opfer kann wegen der Schwere der Verletzungen noch nicht vernommen werden. Lebensgefahr bestehe aber nicht, teilen die Ärzte mit.

Haftbefehl erlassen

Der zuständige Richter erließ Haftbefehl und schickte den Festgenommenen hinter Gitter. Staatsanwalt Christoph Kumpa beschuldigt den erst 19-jährigen Messerstecher des versuchten Mordes. „Die Tat geschah aus Heimtücke. Das Opfer hatte mit einem Angriff gar nicht gerechnet. Es gab auch keinen Streit“, so der Staatsanwalt.

Es war 21.15 Uhr, als der 22-jährige Düsseldorfer in einem Wettbüro an der Corneliusstraße Fußball schaute. In der Halbzeit-Pause ging er vor die Tür, rauchte gemeinsam mit anderen Besuchern des Wettbüros eine Zigarette auf dem Gehweg. Da tauchte unvermittelt der 19-Jährige Täter auf, drängte sein überraschtes Opfer in den Vorraum und stach sofort zu.

Zum Glück eilten mehrere Zeugen herbei, um dem Wehrlosen zu helfen. Sie hielten den Angreifer fest und nahmen ihm das Messer weg. Der 19-Jährige schüttelte sich los und ergriff die Flucht. Er rannte Richtung Fürstenplatz, teilten Zeugen der sofort alarmierten Polizei mit. Alle verfügbaren Streifenwagen eilten Richtung Tatort, um die umliegenden Straßen abzusuchen. Mit Erfolg: Nur wenig später wurde der Flüchtende von Beamten der Inspektion Süd auf der Pionierstraße entdeckt und festgenommen.

Tatwaffe sichergestellt

Das Tatmesser wurde sichergestellt und zur Untersuchung ins Labor gebracht. Zum Motiv kann die Kripo noch nichts sagen. Der Verdächtige äußert sich nicht dazu. Und das Opfer ist bisher zu einer umfassenden Aussage nicht in der Lage. Sie kennen sich „von Kindheit an“, hieß es nur. Beide haben die deutsche Staatsbürgerschaft, der Verdächtige stammt aus Marokko, das Opfer aus dem Libanon.