14-jährige Mädchen versuchten, Zehnjährigen zu erpressen

Foto: ddp/Sascha Schuermann
Sie wollten zehn Cent für Kaugummis: Zwei 14-jährige Mädchen haben in Düsseldorf versucht, einen Zehnjährigen zu erpressen. Vor Gericht entschuldigten sie sich: "Tut uns voll leid." Nun müssen beide 20 Stunden Sozialarbeit ableisten - und mussten sich eine Strafpredigt des Richters anhören.

Düsseldorf.. Sie sind fast noch Kinder, aber sie versuchten es wie die Großen: Zwei 14-jährige Mädchen drohten einem Zehnjährigen, seine Haare abzubrennen, um ihm zehn Cent für ein Kaugummi abzupressen. Jetzt mussten sie dafür vor dem Jugendrichter im Amtsgericht erscheinen.

Dort gab es eine richtige Anklage für die zwei Schülerinnen: Versuchte räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung lauteten die Vorwürfe. Die beiden hatten am 16. September 2011 auf dem Spielplatz am Lessingplatz den Zehnjährigen und dessen Freund angesprochen, zehn Cent von ihnen gefordert.

Mädchen entschuldigten sich: "Tut uns voll leid."

Als der Junge ablehnte, schlug ein Mädchen ihm mit der flachen Hand auf den Hinterkopf und verlangte erneut das Geld, sonst würden sie ihm die Haare verbrennen oder abschneiden. Dann hielt die andere ihm drohend ein brennendes Feuerzeug an seine schulterlangen Haare, die erste hielt den erschrockenen Jungen fest. Weil aber der Freund sofort seine Mutter holte, ließen die Mädchen ihr Opfer los und machten sich aus dem Staub.

Sie hätten das Geld für Kaugummi gewollt, hatten die beiden in der ersten Vernehmung erklärt. Und versucht, den Jungen eine Mitschuld am Geschehen zu geben: Sie hätten die Jüngeren nach 10 Cent gefragt, dann seien diese frech geworden. Dagegen hätten sie sich mit der Drohung von Feuer gewehrt. Im Prozess war davon aber nichts mehr zu hören. Von der Situation beeindruckt gaben die Mädchen alles zu, beteuerten geknickt: „Tut uns voll leid!“

Das Gericht stellte das Verfahren gegen sie schließlich mit der Auflage ein, dass jede Schülerin zwanzig Arbeitsstunden ableistet. Eine der beiden muss sich drei Monate lang von Mitarbeitern der Jugendgerichtshilfe betreuen lassen, die andere an drei Beratungsgesprächen teilnehmen. Vor allem aber mussten sie sich eine gehörige Strafpredigt des Richters anhören. Er hielt ihnen vor Augen, dass der Junge schwerste Verletzungen erlitten hätte, wenn durch eine unbedachte Bewegung sein Haar oder seine Kleidung in Brand geraten wäre. Und er machte ihnen klar, er werde genau beobachten, ob sie ihre Auflagen erfüllen.

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