120 Jahre am Stadtbild mit gebaut

Der Verein ist bei Laien kaum bekannt, aber die Mitglieder des „Architekten- und Ingenieurvereins“ (AIV) haben an vielen prägenden Bauten der Stadt mitgewirkt, etwa am Ehrenhof oder am Schauspielhaus, am Hochhaus GAP 15, am „Dome“, am Bürohaus „Sign“ oder am Wohnhaus „Portobello“ im Medienhafen. Am kommenden Donnerstag feiert der AIV 120-jähriges Bestehen in einem Festakt und stiftet aus diesem Anlass einen Förderpreis in Höhe von 5000 Euro für den Architekten-Nachwuchs an der Fachhochschule.

„Zufahrt zum Einkaufcenter“

„Die Rheinmetropole ist eine Hauptstadt der Architektur- und Ingenieurberufe“, formuliert Dieter Schmoll, Vorsitzender des AIV. Mitglieder aus der Landeshauptstadt wirkten an Projekten in Deutschland und der ganzen Welt mit.

Der Verein mit 250 Mitgliedern melde sich auch mit Kritik zu Wort, obwohl das zuweilen „ein Spagat“ sei, da Stadt und Unternehmen ja auch zu den Auftraggebern gehören, erläutert Vorsitzender Schmoll. Zum Projekt Kö-Bogen halten die Vorstandsmitglieder ihre Meinung nicht zurück: Die Tunnel und die Rampen „vermitteln eher den Eindruck, man fährt in eine Tiefgarage“, so Schmoll. „Es hat den Charme einer Zufahrt zum Einkaufcenter“, meint Volker Weuthen von HPP-Architekten. „Man könnte aber eine Lichtinstallation dort anbringen, damit man auch sieht, dass man durch eine moderne Innenstadt fährt“, schlägt Schmoll vor.

Infos zu 20 Berufen

Zudem liege durch den Kö-Bogen der Schwerpunkt der Stadt jetzt an der Kreuzung von Kö und Schadowstraße, das schaffe ein „Ungleichgewicht“. Denn am Ende der Kö als „Laufstraße“ sei nichts Attraktives mehr. Gegenpol könnte eine neue Gestaltung der Berliner Allee / Ecke Graf-Adolf-Straße werden, meint Schmoll.

Um Nachwuchs zu werben, informiert der AIV unter anderem in Gymnasien auch über Berufe wie Lichtplaner oder Energieberater. Regelmäßig werden Schülerpraktika bei den Mitgliederfirmen angeboten zu insgesamt 20 Berufen.

Im Juli wird der AIV-Vorstand mit den Architektur-Professoren der Fachhochschule („Peter-Behrens School of Architecture“) beim Rundgang aus den vorgestellten Bachelor-Abschlussarbeiten einen oder zwei Förderpreisträger aussuchen. Das Preisgeld von 5000 Euro soll den Nachwuchs auch ermuntern, einen weiterführenden Studiengang zum Master zu beginnen.

 
 

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