Zwischen Lichthof und Luftschloss

Der Förderverein für das Baukunstarchiv NRW lud am Freitag zum „Tag der offenen Tür“.
Der Förderverein für das Baukunstarchiv NRW lud am Freitag zum „Tag der offenen Tür“.
Foto: Ralf Rottmann
Ein Appell für den Erhalt des leergezogenen Gebäudes hallte am Freitag durch den Lichthof des ehemaligen Museums am Ostwall. Der Förderverein für das Baukunstarchiv sieht schon konkrete Gestaltungsmöglichkeiten für seine Zwecke. Bisher sind das aber Luftschlösser.

„Baukunstarchiv NRW“ – die rot-schwarz-grünen Lettern verlaufen vertikal an der Fassade des alten Museums am Ostwall, daneben ein Schild: „Ausstellung: Wohne und lebe zeitgemäß!“ So sieht es der Förderverein für das Baukunstarchiv NRW und hat seine Wünsche im Bild Realität werden lassen. Dennoch scheint die Finanzierung des Projektes noch längst nicht auf sicheren Beinen zu stehen. Auch das zeigte sich gestern beim Tag der offenen Tür, zum dem der Förderverein ins alte MO eingeladen hatte.

Dokumentation des Fördervereins

Bei seiner Eröffnungsrede hallte die Stimme des ehemaligen Bauministers des Landes, Christoph Zöpel, von den leeren, weißen Wänden des Lichthofes wider: „Gebäude sind unverzichtbar für die Identifizierung mit Städten.“ Ein Appell für den Erhalt des leergezogenen Gebäudes, das wie für die Nutzung als Baukunstarchiv geschaffen scheint, so wird es in einer vom Förderverein erstellten Dokumentation dargestellt.

Das zeigt auch Prof. Wolfgang Sonne, Architekturhistoriker an der Technischen Universität (TU) und Gründungsmitglied des Fördervereins, bei einem Rundgang durchs Gebäude. „Wir wollen hier keine Lagerstätte einrichten, sondern eine Stätte der Forschung und Lehre. Während Lichthof und Umlauf in der ersten Etage für öffentlich zugängliche Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt werden könnten, sind in den hinteren Räumlichkeiten im Obergeschoss Archivräume und angrenzende Arbeitsplätze zur Forschung eingerichtet, sowohl für interessierte Laien, als auch für die Studierenden der TU.

So konkret die Pläne des Fördervereins ins alte Gemäuer passen, so sehr sind die Finanzierungspläne noch im Reich der Luftschlösser anzusiedeln. Während sich der Förderverein wünschen würde, dass die Sanierungskosten komplett aus der Städtebauförderung des Landes finanziert werden sollen, gibt es für die Stadt und NRW-Ministerium für Stadtentwicklung noch erheblichen Klärungsbedarf.

Finanzierung weiter unklar

„Gesetzliche Vorgabe ist, dass die Stadt 20 Prozent der Sanierungskosten übernimmt“, erklärt Ministeriumssprecherin Angela Gareis. „Zehn Prozent davon können von Partnern, wie etwa der Architektenkammer, bereitgestellt werden.“ So sei der Rahmen gesteckt, um die Stadt zu entlasten.

Demgegenüber bleibt Kämmerer Jörg Stüdemann bei der Aussage: „Wir werden weder in die Cofinanzierung des Baus, noch in die Betreibung des Archivs städtisches Geld investieren.“ Trotzdem sieht er eine Chance darin, durch Eigenleistungen bei der Instandsetzung Bargeld einzusparen. „Möglich wäre auch, dass die Bauherren, also der Trägerverein, der Kostenträger ist.“ Genaueres wird sich hoffentlich nach klärenden Gesprächen zwischen Architektenkammer, Ministerium und Stadt sagen lassen, die Anfang Oktober stattfinden sollen.

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