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Zwickmühle für Arbeitgeber bei Facebook- und Twitter-Aktivitäten der Angestellten

22.05.2012 | 09:00 Uhr
Zwickmühle für Arbeitgeber bei Facebook- und Twitter-Aktivitäten der Angestellten
Die Welt ist klein geworden, dank Facebook, Twitter und Co.

Dortmund.  Wo Privates ohne Scheu und Scham öffentlich gemacht wird, kann Berufliches Kratzer bekommen: Arbeitgeber in Dortmund beäugen das Engagement ihrer Mitarbeiter bei Facebook oder Twitter mit Argwohn. Die Socia-Media-Aktivitäten ihrer Angestellten sehen Stadt, Sparkasse und Arbeitsagentur mit Skepsis.

Wo Privates ohne Scheu und Scham öffentlich gemacht wird, kann Berufliches Kratzer bekommen: Arbeitgeber beäugen das Engagement ihrer Mitarbeiter bei Facebook, Twitter und Co. mit Argwohn, setzen Regeln gegen ungezügeltes Posten. Und sind selbst in der Zwickmühle: Denn wer sich als Unternehmen modern und innovativ präsentieren will, kommt um einen eigenen Auftritt im sozialen Netzwerk kaum noch herum.

Real wie virtuell ein Repräsentant

„Social Media ist nicht wie ein Schnupfen. Es geht nicht mehr weg“, sagt Sparkassen-Pressesprecherin Jeanette Bludau. Und deshalb pflegt sie seit Ende April mit ihrem Team die Präsenz der Sparkasse Dortmund bei Facebook. Rein informativ und kommunikativ, betont sie. Aktienkauf oder Kontoanfragen – das, bitteschön, ist nach wie vor nicht für die große Bühne der Netzwerk-Nutzer gedacht. Genau an dieser Stelle können die Internet-Plattformen auch gefährlich werden. Zum Beispiel in Sachen Datenschutz. Zum Beispiel aber auch für Arbeitnehmer, die vor ihrem virtuellen Bekanntenkreis über den Chef herziehen.

Die meisten Unternehmen scannen inzwischen die Social Media-Präsenz ihrer Mitarbeiter. Selbst rein privates Engagement im Netz könnte einem Angestellten auf die Butterseite fallen: Wer heute ein Oben-ohne-Foto oder einen bierseligen Schnappschuss an seine Internet-Fangemeinschaft schickt, muss sich morgen nicht wundern, wenn Anzug, Krawatte, Kostüm keine Distanz zu Kollegen und Kunden schaffen.

Sprich: Wer im Beruf Seriosität ausstrahlen will, sollte sich nicht in Badehose ins Netz stellen.„Man ist real wie virtuell ja immer ein Repräsentant seines Unternehmens“, unterstreicht Bludau, und so wie früher Tattoo und Piercing Thema waren, werden bei Azubi-Schulungen heute Twitter und Co. thematisiert.

Sparkasse gibt Verhaltensempfehlungen

Die Sparkasse gibt ihren Mitarbeitern dazu Verhaltensempfehlungen an die Hand. Die Betonung liegt dabei auf dem Wort Empfehlung – „Das ist ja Freizeit“. Privat ist eben privat. Sagt auch Stadt-Pressesprecher Michael Meinders und setzt auf Eigenverantwortung: „Jeder sollte seine Grenzen einhalten können“. Über die und das Phänomen Social Media diskutiert zurzeit ein städtischer Arbeitskreis.

Auch die Agentur für Arbeit versucht, mit einem Social-Media-Leitfaden Mitarbeiter und Behörde vor Schaden zu bewahren. Es geht, sagt Sabine Hanzen, um den sorgsamen Umgang mit Informationen und die Kennzeichnung von Äußerungen als privat. Dass die Bundesagentur zurzeit über einen eigenen Auftritt in sozialen Netzwerken nachdenkt? Zuvorderst eine Frage des Datenschutzes. Und letztlich wohl nur eine Frage der Zeit.

Von Anja Schröder

Kommentare
24.05.2012
11:48
Zwickmühle für Arbeitgeber bei Facebook- und Twitter-Aktivitäten der Angestellten
von Dr.Seltsam | #6

@4&5

Viele geben in ihren FB-Profilen auch ihre Arbeitgeber an.
Von daher sehe ich prinzipiell schon das Problem.
Wer in seiner Freizeit nackt und...
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2012-05-22 09:00
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