Zuzug Rechter nach Dortmund verhindern

Andreas Winkelsträter
Dortmund-Dorstfeld ist das Synonym für von Neonazis dominierte Stadtteile. Das wollen Polizei, Politik und Verwaltung ändern und werden verstärkt Präsenz rund um den Wilhelmplatz zeigen. Den Rechten soll das Leben so unangenehm wie möglich gemacht werden.

Dortmund. „Sie sollen merken, dass wir ganz nah dran sind“, mit diesen Worten stellte Polizeipräsident Norbert Wesseler auf dem Wilhelmplatz gemeinsam mit OB Ullrich Sierau die Aktivitäten von Stadt und Polizei gegen die rechtsextreme Szene in Dorstfeld vor. Die gemeinsame Task Force hat nun ihre Arbeit aufgenommen.

„Wir haben in der Nordstadt gute Erfahrungen mit der Task Force gemacht“, bekräftigte OB Ullrich Sierau. Deshalb wolle man mit der Task Force dazu beitragen, den „Rechtsextremen keinen Fußbreit Platz in Dorstfeld zu überlassen.“ Man werde auch beim Friedensfest am 1. September auf dem Wilhelmplatz zeigen, dass Dorstfeld kein Stadtteil der Nazis ist, sondern der demokratische Bürger ist.

Zahl der Einsatzkräfte kann erhöht werden

Die Polizei hat Anfang des Jahres ihre Sondereinheit gegen Rechtsextremismus in Dortmund mit 50 Beamten ins Leben gerufen, die Stadt wird täglich mit bis zu acht Kräften im Einsatz in Dorstfeld sein. „Die Zahl kann aber je nach Bedarf auf bis zu 15 erhöht werden“, sagte Ingo Moldenhauer, Leiter des Ordnungsamtes.

„Die nun abgeschlossene personelle Aufstockung der Ordnungspartnerschaft von 25 auf 48 Einsatzkräfte ermöglicht es uns, zukünftig auch aus anderen Bezirken Personalverschiebungen vorzunehmen, ohne die hohe Priorität der Nordstadt aus den Augen zu verlieren.“ Deshalb könne man den Bereich Dorstfeld bei Bedarf flexibel personell verstärken.

Man werde den Rechtsextremen das Leben im Stadtteil und in ganz Dortmund so unangenehm wie möglich machen. „Wir möchten auch den Zuzug von Rechtsextremen nach Dorstfeld und Dortmund eindämmen, ja verhindern“, betonte der Polizeipräsident. Die ersten Ergebnisse zeigten laut Wesseler, dass das gelinge.

Parallel dazu werde man die Infrastruktur verbessern, die Jugendarbeit verstärken, so Sierau. Dazu gebe es eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe. Man sei bemüht, die Arbeit zwischen Polizei und Stadt weiter zu vernetzen, den Informationsaustausch zu intensivieren, „um dann schnell und gezielt vor Ort eingreifen zu können“, sagte Wesseler. Er verwies noch einmal auf die Hotline (132 - 7777), die die Polizei in Sachen Rechtsextremismus geschaltet hat. In Notfällen sollten der Bürger aber nach wie vor die 110 wählen.