Zahl der Arbeitslosen sinkt in Dortmund weiter - Auch Ältere profitieren

Dirk Berger
Foto: ddp
Der durch und durch trockene November sorgte für ein weiteres Abschmelzen der Arbeitslosenzahl auf 34.849. Damit hat die Anzahl im Vergleich zum Vormonat um 380 Personen oder 1,1 Prozent abgenommen. Im Vergleich zum November 2010 lag sie sogar um 900 Personen (2,5 %) niedriger, aktuelle Quote 12,2%.

Dortmund. In der Politik erreichen die Zahlen Schwindel erregende Höhen, und in Dortmund freut man sich über sinkende. Zum Beispiel bei der Arbeitsagentur. Der durch und durch trockene November sorgte für ein weiteres Abschmelzen der Arbeitslosenzahl auf 34.849. Damit hat die Anzahl im Vergleich zum Vormonat um 380 Personen oder 1,1 Prozent abgenommen. Im Vergleich zum November 2010 lag sie sogar um 900 Personen oder 2,5 Prozent niedriger. Die Quote liegt derzeit bei 12,2 Prozent (Vormonat 12,4 Prozent/Vorjahr 12,6).

„Der regionale Arbeitsmarkt“, fasst Agenturchef Stefan Kulozik zusammen, „präsentiert sich in bester Verfassung. Die übliche saisonale Verschlechterung ist ausgeblieben.“ Auch weil sich das schlechte Wetter noch nicht eingestellt habe.

Die günstige Entwicklung beträfe nahezu alle Personengruppen. So sei die Jugendarbeitslosigkeit (betrifft die unter 25-Jährigen) weiter auf dem Rückmarsch - um 4,6 Prozent (138 Personen). Die Zahl der arbeitslosen über 50-Jährigen sei ebenfalls gesunken.

Erstmals weniger als 10.000 Ältere arbeitslos

Nachgefragte über 50-Jährige bei der Arbeitsagentur? Das löst Freude bei den Arbeitsmarktspezialisten aus: Es hätten sich insgesamt 116 Personen (1,2 Prozent) weniger als im Vormonat arbeitslos gemeldet. 2011 seien damit erstmals weniger als 10 000 Ältere in Dortmund arbeitslos.

Zwei Gruppen hätten indes mit der Entwicklung nicht Schritt halten können: Die der Schwerbehinderten, die der über 55-Jährigen (+44 oder +2,5 %) und die der Langzeitarbeitslosen. Deren Zahl sei um 59 Personen von 14 675 auf 14 734 gestiegen - das seien 0,4 Prozent. Bei den Schwerbehinderten schmerzt gegenüber November 2010 ein Plus von 5,7 %.

Mehr offenen Stellen

Im Laufe des vergangenen Monats hätten sich 6592 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet. Davon seien 2243 aus einer Erwerbstätigkeit gekommen (2070 im Vormonat). 2247 Menschen hätten sich im November aus der Arbeitslosigkeit verabschieden können (Vormonat: 1905). Die Anzahl der neu gemeldeten Stellen habe mit 1665 über der Zahl des Vormonats (1575) gelegen.

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen lag bei 1665 (Vormonat 1575). Insgesamt stünden den Dortmundern derzeit rund 5700 Stellen zur Besetzung offen - 40 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr.

Melden - sonst „Verlierer von morgen“

Wegen des Fachkräftemangels rief Kulozik Unternehmer auf, beispielsweise auch Älteren oder Schwerbehinderten eine Chance zu geben - und nicht nur den Besten. „Wer jetzt nicht reagiert“, meinte er, „ist der Verlierer von morgen.“

Zu den sogenannten Engpassberufen gehörten sämtliche aus dem Gesundheitsbereich von den Ärzten bis hin zur Pflege. Der Metall- und Elektrobereich vermisse ebenfalls Mitarbeiter, aber auch im Handwerk (siehe Dachdecker und Fliesenleger) fehlten Kollegen. Es sei bereits so weit, so die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit NRW, Christiane Schönefeld, „dass Unternehmen schon auf Aufträge verzichten, weil ihnen das Personal fehlt“.