Wissenschaft als Säule der Stadt

Gerald Nill
Dr. Detlef Müller-Böling und Oberbürgermeister Ullrich Sierau stellen den Masterplan Wissenschaft vor.
Dr. Detlef Müller-Böling und Oberbürgermeister Ullrich Sierau stellen den Masterplan Wissenschaft vor.
Foto: PHOTOZEPPELIN.COM

Dortmund. Die Wissenschaftler untereinander und in der Region bekannter machen - das ist das Ziel des so genannten Masterplans Wissenschaft. Als Galionsfigur und Moderator hat die Stadt den ehemaligen Rektor der Uni Dortmund und Chef von CHE Consult, Prof. Dr. Detlef Müller-Böling, gewinnen können.

Die Potenziale heben, die der Wissenschaftsstandort bietet - diese Devise hat OB Ullrich Sierau ausgegeben. Und Möglichkeiten, um durch Zusammenarbeit zu profitieren und die Region zu stärken, sind noch genug da, macht Müller-Böling Mut. Er hat Arbeitsgruppen gegründet, die bereits zu den Sommerferien erste Ergebnisse vorlegen sollen.

Dortmund muss sich nicht verstecken

Der Wissenschaftsexperte, der heute in Aachen lebt, weiß, dass Forschung nicht mehr isoliert betrachtet werden kann. „Da konkurriert der Wissenschaftsraum Zürich mit dem Wissenschaftsraum London“, beschreibt der Ex-Rektor. Dortmund brauche sich im Konzert der Großen nicht zu verstecken. Das Ruhrgebiet hat zwölf außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, sechs davon befinden sich auf dem Dortmunder Campus.

Es gelte, diese Einrichtungen noch stärker zueinander zu bringen, um die Forschungsleistung und auch ihren Transfer in die Wirtschaft zu verbessern. Es mache ihm Mut, wenn etwa der Direktor des angesehenen Max-Planck-Instituts, für molekulare Physiologie, Prof. Herbert Waldmann, im Arbeitskreis Wissenschaftsnetzwerke als Sprecher engagiert mitarbeite. So könne ausgelotet werden, wo Forschergruppen noch besser zusammenwirken können.

Keine neue Luftnummer

Die Berufung von Prof. Müller-Böling soll ein Zeichen sein, dass es die Stadt mit dem Masterplan Wissenschaft ernst meint. Größte Sorge, das verhehlte Müller-Böling gestern nicht, sei gewesen, ob da eine neue „Luftnummer produziert wird“. Diese Bedenken seien ausgeräumt, weil „die Richtigen am Werk sind“. Jetzt gehe es zur Sache.

OB Ullrich Sierau möchte nicht weniger, als „die Zukunft der Stadt weiterentwickeln“. Sierau: „Wir müssen Zukunftsentwicklungen entwickeln“. Das sei für die wirtschaftliche Grundlage der Stadt nach dem Aus von Bier und Kohle unverzichtbar.

"Willkommenskultur" für internationale Wissenschaftler

Müller-Böling weiß, dass die klassischen Hochschulstandorte wie Heidelberg oder Göttingen eine jahrhundertelange Tradition voraus haben. „Da müssen wir jetzt schneller hinkommen“, so die Vorgabe Müller-Bölings. Eine Facette: Eine „Willkommenskultur“ für Wissenschaftler aus aller Welt, die Dortmund für sich ausgewählt haben. Im Frühjahr 2013 soll der Masterplan Wissenschaft stehen. Die Wirkung soll weit darüber hinausreichen.