Wie willkommen sind Zuwanderer aus Südosteuropa in Dortmund?

Gaby Kolle
Eine Familie an der Asylbewerber-Erstaufnahmeeinrichtung in Hacheney.
Eine Familie an der Asylbewerber-Erstaufnahmeeinrichtung in Hacheney.
Foto: Peter Bandermann (Archiv)
Wie werden die Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien in der Nordstadt aufgenommen, wenn sie ab nächstes Jahr in Europa frei arbeiten dürfen? Darüber diskutierte jetzt die Bezirksvertretung Innenstadt-Nord. Ergebnis: Nur unter bestimmten Voraussetzungen sind die EU-Neubürger willkommen.

Dortmund. Auf dem Tisch der Bezirksvertreter lag der Sachstandsbericht zur Situation in der Nordstadt. Darin heißt Dortmund alle Zuwanderer willkommen.

Für SPD und CDU sind Zuwanderer willkommen, wenn sie ihre langfristige persönliche, berufliche und familiäre Perspektive in Dortmund sehen und sich an Regeln halten. "Mir ist nicht jeder und mir ist nicht alles willkommen," erklärte Brigitte Jülich, Fraktionssprecherin der SPD, "nur die, die die Sprache lernen, langfristig hier leben wollen und ihre Kinder in die Schule schicken. Das erwarte ich, und das fordere ich."

Augen nicht verschließen

Unterstützt wurde sie von Gerda Bogdan (SPD): "Wir haben schon zu viel Zuwanderung hier. Davor dürfen wir unsere Augen nicht verschließen."

Für Thomas Bahr, Fraktionschef der CDU, ist der Sachstandsbericht der Verwaltung "verlogen": "Alle Zuwanderer sind in Dortmund willkommen? In Lichtendorf oder Lücklemberg?" Gemeint sei doch wohl die Nordstadt.

Alle Fraktionen waren sich einig, dass die Belastungen durch die Zuwanderer von allen Stadtbezirken getragen werden müssten. Wenn die Stadt die EU-Neubürger willkommen heiße, müsse sie ihnen auch Wohnungen zur Verfügung stellen und medizinische Versorgung, ihnen Sprach- und Integrationskurse anbieten und sie sozial unterstützen. "Schließlich sind sie in ganz Dortmund willkommen," unterstrich Bahr.

Probleme nicht schön geschrieben

Ansonsten bezeichneten die Nordstadt-Politiker das 36 Seiten starke Verwaltungspapier als weitgehend "ehrlich". Die Probleme würden nicht schön geschrieben.

Dennoch strichen sie die eine oder andere in ihren Ohren zu positiv klingende Formulierung. Bei der "erfolgreichen Bekämpfung der Drogenkriminalität" wollten sie das Wort "erfolgreich" nicht stehen lassen. "Die Wahrnehmung der Anwohner im Bereich Münsterstraße ist eine andere", meinte Bahr. Die Dealer aus dem Westpark seien mit massivem Polizeieinsatz in die Nordstadt verdrängt worden, wo sie ungeniert ihren Geschäften nachgingen.

Bei den Problemimmobilien indes habe sich einiges getan. Doch das 2014 auslaufende Quartiersmanagement müsse darüber hinaus finanziell gesichert werden.