Wie Vielfalt neue Anregungen bringt

Iris Wolf und Heike Kollakowski zeigten ihre Kunst beim „Tag des offenen Ateliers“.  Foto: Michael Printz
Iris Wolf und Heike Kollakowski zeigten ihre Kunst beim „Tag des offenen Ateliers“. Foto: Michael Printz
Foto: PHOTOZEPPELIN.COM
Zum 20. Mal gewährten beim „Tag des offenen Ateliers“ 176 Künstlerinnen und Künstler sowie acht Galerien interessierten Besuchern einen Blick auf ihre Kunst, auf ihr Schaffen. Wichtig ist ihnen dabei der Dialog.

Dortmund.. Gelebtes Leben in der Nordstadt: Menschen auf den Straßen, bunte Vielfalt, viele Sprachen, viele Menschen, viele Geschichten. Das ist eine Facette des Alltags.

Ein Atelier: in der Mitte des Raums ein großes Rad, darin eine zum Menschen getarnte Zange wandert. Dietrich Lacker, Maler und Tai-Chi-Lehrer, steht davor und betrachtet es zufrieden. Wenn er seine Kunstwerke aus Schrott macht, dann denkt er sich nicht viel dabei. Aber das Betrachten regt ihn an, sich Gedanken zu machen.

Es sind die Tage der „offenen Ateliers“ in Dortmund, die an diesem Samstag zum 20.Mal stattfinden. 176 Künstler und Künstlerinnen und 8 Galerien öffnen ihre Türen und gewähren Einblick in ihr Schaffen. Stadtweit, in allen Bezirken. Wir haben uns beispielhaft in der Nordstadt umgeschaut, um zu sehen, wie Kunst an diesem Tag ankommt.

Interessante Gespräche und Austausch mit Besuchern. „Man kann sich Zeit nehmen“ und wird auch für neue Projekte angeregt, erklärt Johannes Lührs aus dem Künstlerhaus „Kunstdomäne“. In dem verschlagenen Haus im Hinterhof hängt die Fotografin Anke Sundermeier gerade ihre letzten Werke zurecht. Währenddessen führt Anette Göke die ersten Besucher durch die Ausstellung.

Gemeinsame Renovierung des Künsterhauses

Zusammen mit sechs anderen Künstlern hat sie das verfallene Haus nach dem gemeinsamen Kauf renoviert. Auch die quirlige, rotgelockte Rita-Maria Schwalgin bewohnt das Künstlerhaus und erzählt, dass die gemeinsame Renovierung die Gruppe zusammengeschweißt hat. Die Sieben sind ganz verschieden, nicht nur im Alter,sondern auch in dem, was sie machen. Das Haus lebt von der Unterschiedlichkeit, denn „das regt uns an und das inspiriert uns“, erklärt Schwalgin. Die Künstler schauen sich gegenseitig über die Schulter, geben sich Tipps und Anregungen. Außerdem arbeiten sie Hand in Hand. „Jeder bringt sich mit seinen Fähigkeiten ein: bei Finanzen, Website oder Pressearbeit“.

Johannes Lührs ist das jüngste Mitglied des Künstlerhauses. In seinem Atelier riecht es nach Farbe. „Exlebimente“ ist sein persönliches Kunstwort für einen experimentellen, kreativen Dialog mit dem Leben.

Er will Neues schaffen, sich ausleben und andere mitnehmen. In einer Fotostrecke arbeitet Lührs mit Tieren, Feuer und der Frage: wie viel Scheu haben die Tiere vor den „evil flames“? Keine. Für ihn zeigt das die sich überschneidenden Grenzen des Lebens, wo Schönes und Gefährliches verschwimmen.

Anonyme Gestalten

Er erklärt: „Der eine wärmt sich am Feuer, der andere verbrennt sich daran“. Während draußen düstere Wolken ziehen, herrscht in den bunten Zimmern des Künstlerhauses reges Treiben. In Anette Gökes Bildern sind die Menschen anonyme Gestalten, deren Umrisse sich nicht unterscheiden. Und doch sind ihre Bilder sehr individuell.

Denn im Aufbau der Figuren spiegeln sich die Geschichten ihrer Auftraggeber, mit denen sich Göke an langen Abenden auseinandersetzt, um einen persönlichen Zugang zu erhalten.

 
 

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