Widerstand gegen Nazi-Aufmarsch organisiert sich

Andreas Winkelsträter
Das Bündnis ein demokratisches Dortmund hat Umzugskartons zum Haus Rheinische Straße 135 gebracht.
Das Bündnis ein demokratisches Dortmund hat Umzugskartons zum Haus Rheinische Straße 135 gebracht.
Foto: Ralf Rottmann
Vor der für den 31. März geplanten Demonstration von Rechtsradikalen in Dortmund formiert sich Widerstand. Die Neo-Nazis wollen mit ihrem Aufmarsch gegen die Kündigung eines Mietvertrages protestieren. Nazi-Gegner brachten schon mal Umzugskartons.

Dortmund. „Wir wollen keine Nazi-Festungen in Dortmund, die als Schulungsstätten von rassistischem und kriegsverherrlichendem Gedankengut dienen“, mit diesen Worten stellten Mitglieder von „Dortmund Nazifrei“ bunte Umzugskartons vor das Haus Rheinische Straße 135. Die Stadt hat den dortigen Mietern gekündigt, da aus dem Wohnhaus ein Jugendtreff entstehen soll.

In martialischer Montur rufen die Nazis auf ihren Internetseiten zum Widerstand gegen die Räumung des Hauses an der Rheinischen Straße 135 auf. Sie wollen das auch auf einer Demonstration am kommenden Samstag, 31. März, ab 16 Uhr, im Bereich des Dortmunder Hauptbahnhofes thematisieren. Hierbei sollen auch die beiden Nazibands „Oidoxie“ und „Preußenstolz“ spielen.

Aktion für „Schmuddel“

Dieser Aufmarsch finde nur ein halbes Jahr nachdem bekannt wurde, dass die rechte Terrorgruppe „National-Sozialistischer Untergrund“ in Dortmund gemordet hat und gute Kontakte zu örtlichen Nazis unterhält, statt. „Jeder Aufmarsch der Rechten ist ein neuer Schlag in das Gesicht der Opfer. Wir werden uns dies nicht gefallen lassen“, so das Bündnis DO Nazifrei.

Das Dortmunder Antifa-Bündnis ruft für den 31. März ab 11 Uhr zu einer Demonstration ab der S-Bahn Universität auf. „Wir wollen in diesem Zusammenhang auf die Aktualität und die Dimensionen rechter Gewalt hinweisen und die tiefe Verankerung rechter Ideologien in der Gesellschaft thematisieren“, heißt es auf der Homepage des Bündnisses. „Darüber hinaus wollen wir mit dieser Demonstration auch das Ignorieren und Verleugnen von Phänomenen und Ausprägungen (alltäglicher) rechter Gewalt in den Fokus rücken sowie an die Opfer dieser Gewalt erinnern“, so Sprecherin Hanna Piehl.

Gedenken an „Schmuddel“

Das Bündnis Dortmund gegen Rechts möchte mit einer Kundgebung am 28. März an den Tod des Punkers „Thomas „Schmuddel“ Schulz erinnern, der an diesem Tag vor sieben Jahren durch einen Messerstich getötet worden ist. Treffpunkt ist um 18.30 Uhr an der U-Bahnhaltestelle Kampstraße. „Das Bündnis Dortmund gegen Rechts begrüßt es sehr, dass mit der Kündigung des Hauses Rheinische Straße 135 den rechten Gewalttätern endlich ein Stück Boden entzogen werden soll, auf dem sie sich so sicher fühlten“, so Ula Richter. Das Jammern der rechten „Unschuldslämmer“ sei nun groß und so wollen sie am 31. März mit einem Marsch, einem Nazikonzert und einer Kundgebung auf dem Wilhelmplatz ihr „Bleiberecht“ demonstrieren.