Westfalenhallen kündigen der Feuerwehr

Michael Kohlstadt
Die Westfalenhalle in Dortmund wollen für die Brandsicherheitswache einen privaten Dienst engagieren. Foto: Horst Müller/WAZ-FotoPool
Die Westfalenhalle in Dortmund wollen für die Brandsicherheitswache einen privaten Dienst engagieren. Foto: Horst Müller/WAZ-FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Dortmund. Die Dortmunder Westfalenhallen haben als erster Stadt-Betrieb überhaupt die langjährige Zusammenarbeit mit der Feuerwehr gekündigt. Stattdessen setzt der Veranstalter auf eine private Sicherheitsfirma – aus Kostengründen.

Als erster Stadt-Betrieb überhaupt kündigen die Westfalenhallen Dortmund die langjährige Zusammenarbeit mit der städtischen Feuerwehr auf. Die Verantwortung für die so genannte Brandsicherheitswache soll aus Kostengründen einer privaten Sicherheitsfirma übertragen werden. Nach WAZ-Recherchen handelt es sich dabei um das Essener Unternehmen Kötter.

Die Brandsicherheitswache ist bei Veranstaltungen überwiegend vorsorgend tätig, überprüft Feuerlöscher, hält Rettungswege frei. Im Gefahrenfall unterstützt sie die Rettungstruppen. Bis zu acht Feuerwehrleute übernahmen bei großen Messen bisher diese Aufgaben.

Kötter löst im Oktober die Feuerwehr ab

Das wird sich wohl schon bald ändern. Dem Vernehmen nach soll Kötter bereits ab Oktober die Dortmunder Feuerwehr ablösen, die den Deal selber genehmigen muss. Was sich zunächst widersprüchlich anhört, liegt im Feuerschutz-Hilfeleistungsgesetz des Landes begründet. Danach kann die Brandsicherheitswache auf den Veranstalter übertragen werden, falls die Feuerwehr vor Ort keine Einsprüche hat und der neue Wachdienst entsprechende Voraussetzungen mitbringt. Das ist im Falle Kötters offenbar gegeben. Zwar steht die offizielle Genehmigung noch aus, der Westfalenhallen GmbH liegt aber bereits eine schriftliche Voreinschätzung der Feuerwehr vor. Hallen-Sprecher Dr. Andreas Weber: „Wir gehen davon aus, dass die Feuerwehr zustimmt.“

Bei den städtischen Brandschützern ist man nicht glücklich über diese Entwicklung, fürchtet den Einstieg Privater auch in andere sensible Sicherheitsbereiche. „Wir hätten unsere Zusammenarbeit mit den Westfalenhallen gerne weitergeführt“, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Osthoff auf WAZ-Nachfrage. „Wir können das höherwertiger besetzen.“ Die Feuerwehr dürfe aber nicht willkürlich gegen einen privaten Anbieter votieren, wenn dieser die nötigen Qualifikationen vorweise.

„Ausschließlich ausgebildete Feuerwehrkräfte“

Auf WAZ-Nachfrage teilte die Firma Kötter am Dienstag mit, dass für die Brandwache in den Westfalenhallen ausschließlich ausgebildete Feuerwehrkräfte zum Einsatz kommen werden. Kötter ist mit über 12.000 Angestellten einer der ganz großen Systemdienstleister in Deutschland. In den Westfalenhallen ist das Essener Unternehmen, das eine Niederlassung in Dortmund hat, bereits im Servicebereich aktiv. Die Hallen GmbH, die im letzen Jahr mit einem Minus von rund zwei Mio Euro abschloss, verspricht sich durch den Wechsel Einsparungen im fünfstelligen Euro-Bereich.