Westfalenhalle Dortmund verliert ein „U“ für ein "C"

Auf der Westfalenhalle thront nun hinter dem "U" ein riesiges "C".
Auf der Westfalenhalle thront nun hinter dem "U" ein riesiges "C".
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.. „C“ und „U“ - das ist die neue Kombination auf dem Dach der Dortmunder Westfalenhalle. Die Montage ist abgeschlossen. Das „U“ der Union-Brauerei wurde durch das „C“ der Continentale ergänzt. Für den Versicherer ein Bekenntnis zum Standort, für die Hallen GmbH eine weitere Einnahmequelle und ein Ausdruck des Strukturwandels. Und für traditionsbewusste Dortmunder? Sicher nicht jedermanns Sache.

Mit dieser Leuchtreklame steigt die Dortmunder Continentale Versicherung zum ganz großen Werbepartner des stadteigenen Messe- und Veranstaltungszentrums auf. Die Umrüstung der acht Meter hohen Drehbuchstaben auf der Kuppel einer der bekanntesten und traditionsreichsten Veranstaltungshallen in Deutschland ist nun abgeschlossen. Der Denkmalschutz hatte laut Hallensprecher Dr. Andreas Weber keine Einwände: „Ein U bleibt ja erhalten.“

Was die leicht defizitäre Stadttochter antreibt, mit der seit 1968 bestehenden „U“-Tradition zu brechen, liegt auf der Hand. Über die Summe, die der Versicherungskonzern jährlich für seinen werbestrategisch hervorragend platzierten Großbuchstaben abdrückt, sei allerdings Stillschweigen vereinbart worden, so Hallen-Sprecher Weber. Nach WAZ-Informationen handelt es sich um ein ordentliches Zubrot für die Messegesellschaft, die seit jeher ohne Zuschüsse der Stadt auskommen muss: In Rede steht ein mittlerer sechsstelliger Euro-Betrag. Abziehen müssen die Hallen-Strategen freilich, was der Radeberger-Gruppe als Rechte-Inhaber des „U“ nun weniger in Rechnung gestellt werden kann.

Dass der aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbare Schritt nicht auf blanke Zustimmung stoßen dürfte, dämmerte der Hallen-Leitung bereits im Vorfeld. Mit allerlei Argumenten baut man möglichen Widersprüchen vor: Die Buchstabenfolge sei auch ein Zeichen für den Wandel Dortmunds, ein Symbol „des Brückenschlags zwischen Tradition und Moderne“, dichtete etwa die Kommunikationsabteilung der Messe. Die neue Hallenchefin Sabine Loos ging noch einen Schritt weiter. „CU“ stehe bei Internet-Nutzern für „See you“ - man sieht sich. Dies, so Loos, sei eine gelungene Botschaft für ein modernes Veranstaltungszentrum.

 
 

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