Werkzeug-Hehler muss trotz Haftstrafe nicht ins Gefängnis

Wegen Hehler wurde ein Dortmunder zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt, muss aber nicht ins Gefängnis.
Wegen Hehler wurde ein Dortmunder zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt, muss aber nicht ins Gefängnis.
Foto: Archivbild: Dieter Menne
Ein Dortmunder ist zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Dennoch kommt er nicht ins Gefängnis - Grund ist ein anderer Prozess.

Dortmund.. Mit drei Jahren und vier Monaten Haft für den Dortmunder Haupttäter sowie Bewährungsstrafen für zwei seiner Komplizen ist am Landgericht der Prozess gegen drei Werkzeug-Hehler zu Ende gegangen. Trotz der Haftstrafe dürfte auch der Dortmunder erleichtert aufatmen.

Es gilt als sicher, dass der Hauptangeklagte von der Strafe nicht einen Tag verbüßen muss. Diese Tatsache hat mit der übermäßig langen Verfahrensdauer zu tun, für die "allein das Gericht verantwortlich ist", so der Vorsitzende Richter Thomas Kelm in der Urteilsbegründung.

Richter mit Envio-Verfahren voll ausgelastet

Die Vorwürfe gegen das Trio stammen bereits aus den Jahren 2005 bis 2007. Dennoch hat es die 35. Strafkammer erst jetzt geschafft, die Anklageschrift zu verhandeln. Der Grund: Dieselben Richter sind seit Jahren mit dem Envio-Verfahren voll ausgelastet.

Verfahrensverzögerungen müssen sich laut Bundesgerichtshof zwingend in der Vollstreckungsfrage niederschlagen. Im konkreten Fall sieht die Lösung der Richter so aus: Von den drei Jahren und vier Monaten Haft gelten zwei Jahre als bereits verbüßt. Der Rest der Strafe kann dann zur Bewährung ausgesetzt werden.

Die drei Angeklagten hatten im Prozess umfangreiche Geständnisse abgelegt. Im genannten Tatzeitraum hatten sie einen schwunghaften Handel mit gestohlenem Profi-Werkzeug aufgezogen. Der Schaden liegt im hohen fünfstelligen Bereich.

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