Werbung für Band Frei.Wild hängt über türkischem Restaurant

Der Auftritt der Band Frei.Wild in der Westfalenhalle hatte im Vorfeld des Konzertes für Empörung gesorgt.
Der Auftritt der Band Frei.Wild in der Westfalenhalle hatte im Vorfeld des Konzertes für Empörung gesorgt.
Foto: Jan Dinter / WAZ FotoPool
Im vergangenen Jahr sorgte der Auftritt der umstrittenen Band "Freiwild" in der Westfalenhalle für Proteste. Nun wirbt die Gruppe, der eine Nähe zu rechtem Gedankengut vorgeworfen wird, mit einem Plakat über einem türkischen Restaurant an der Rheinischen Straße. Den Jusos gefällt das gar nicht.

Dortmund.. Die umstrittene Südtiroler Band Frei.Wild sorgt für Wirbel in Dortmund — und das ganz ohne Auftritt. Im vergangenen Jahr gab es Proteste, weil die von zahlreichen Kritikern in die Nähe des Rechtsrock gerückte Band in der Westfalenhalle auftrat. Nun erregt ein Werbeplakat Aufsehen, denn das hängt über einem türkischen Restaurant an der Rheinischen Straße. Für die Dortmunder Jusos ist das nicht akzeptabel.

Rockkonzert "Ein solch fragwürdiges Werbeplakat über dem "Ankara Grill" zu platzieren, grenzt an Zynismus. Seit der Aufklärung des Mordes an Mehmet Kubasik durch die NSU-Terrorzelle ist jegliche Präsenz der Nazis in Dortmund eine noch größere Belastung für Migranten", heißt es in einer Pressemitteilung der Jusos.

"Keine salonfähige Menschenfeindlichkeit"

Opfer von rechter Propaganda dürften dieser Zumutung nicht ausgesetzt werden."Es gibt keine salonfähige Version derMenschenfeindlichkeit", so Dilara Malkoc, stellvertretende Vorsitzende der Jusos."Die Jusos bekennen sich zu einem toleranten und solidarischen Zusammenleben in Dortmund. Rechtsextremismus darf in keiner Form geduldet und erst recht nicht verharmlost werden", so die Jusos.

Im Februar 2013 hatten sich die Macher des Dortmunder Musik-Magzins Visions aus dem Metal-Festival "With Full Force" zurückgezogen. Der Grund war ein gebuchter Auftritt der umstrittenen Südtiroler. "Völkisches Gedankengut auf einem Festival für alle: Mit Frei.Wild hat das With Full Force eine Band bestätigt, die sich mit nationalistischen Tendenzen in der Mitte der Gesellschaft positioniert", ließ Visions damals verlautbaren.

Oberbürgermeister Sierau mischte sich ein

Als Frei.Wild im Oktober 2012 in der Westfalenhalle auftreten sollte, mischte sich im Vorfeld des Konzerts sogar Oberbürgermeister Ullrich Sierau in die Debatte ein. Sierau warnte die Band: "Sollte die Gruppe bei ihrem Auftritt rechtsextremes Gedankengut äußern oder sollte ihr Auftritt zu einem Kristallisationspunkt für rechtsextreme Manifestationen werden, ist die Band in Dortmund nicht willkommen." In dem Falle sei der Auftritt in der Westfalenhalle der letzte in Dortmund gewesen - "jedenfalls an einem Veranstaltungsort in städtischer Trägerschaft“, schränkt Sierau ein.

Beim Konzert kam es allerdings ganz anders: Plakativ hatte die Band ein Banner „Gemeinsam gegen Rassismus“ in der Halle aufgehängt. Und mit dem Publikum skandierte Sänger Philipp Burger, der in seiner Jugendzeit Mitglied der rechtsradikalen österreichischen Band Kaiserjäger war, „Nazis raus!“.

 
 

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