Wenig PCB im Hafenstaub – Zweite Quelle fraglich

Klaus Brandt
Interseroh galt als mögliche zweite PCB-Quelle im Hafen. Die neuen Werte sprechen nicht mehr dafür.
Interseroh galt als mögliche zweite PCB-Quelle im Hafen. Die neuen Werte sprechen nicht mehr dafür.
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund. Die Ergebnisse der jüngsten Staubniederschlagsmessungen im Hafen lassen nicht mehr den Schluss zu, dass neben der Giftfirma Envio eine zweite PCB-Quelle im Hafen existieren muss.

Zwar wies der Messpunkt am Container-Terminal Dortmund (CTD) auch in der fünften Kontrollperiode – von Ende Juli bis Ende August – die höchsten PCB-Werte auf. Doch im Vergleich zum Spitzenwert im Vormonat sank die dortige Belastung nun um fast 70 Prozent – von 7,09 auf 2,45 Nanogramm pro Quadratmeter.

Arnsberg rudert zurück

Die Bezirksregierung hatte die damalige Konzentration als „eindeutige Bestätigung“ dafür gewertet, dass es – neben der Skandalfirma Envio – einen Zweitsünder gebe. „Es muss zumindest noch einen weiteren PCB-Emittenten geben“, hieß es. Als heißer Kandidat geriet seinerzeit der Schrottverwerter Interseroh ins Visier. Angesichts der gesunkenen Werte rudert Arnsberg jetzt deutlich zurück. „Nach wie vor geben die Ergebnisse Anlass zu einer vertieften Prüfung, ob weitere relevante Quellen im westlichen Teil des Hafens vorliegen oder dies auszuschließen ist“, meint nun Behördensprecher Jörg A. Linden.

An zwölf Messpunkten hatte das Landesumweltamt (LANUV) den Staubniederschlag auf PCB, Dioxine und Furane überprüft. An elf Stationen gingen die Werte zurück, zum Teil erheblich. Insgesamt liegen die ermittelten Konzentrationen auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn der Messungen Ende März.

Bessere Luft im Garten

Das Untersuchungsprogramm wird fortgesetzt, das Messnetz ab Oktober mit zwei zusätzlichen Punkten verdichtet. Beide liegen im Bereich der bisher auffälligsten Station am Container-Terminal.

Auch die Luftkonzentrationsmessungen, die das Landesumweltamt an der Kleingartenanlage Hafenwiese durchführt, ergaben für den Monat August niedrigere Schadstoffwerte als im Vormonat. Die PCB-Werte lagen mit einem Mittel von 2,5 Nanogramm pro Kubikmeter im Bereich des durchschnittlichen städtischen Hintergrundes im Ruhrgebiet.

Die Summe der Dioxine und Furane sowie der gefährlichen hochchlorierten PCB-Verbindungen wurde mit 32 Femtogramm pro Kubikmeter ermittelt. Ein Femtogramm entspricht einem Billiardstel Gramm. Zur Beurteilung könne der Zielwert für die Luftreinhalteplanung von 150 Femtogramm pro Kubikmeter herangezogen werden, hieß es gestern. Und: „Dieser Wert wird deutlich eingehalten.“ Auch die Luftuntersuchungen laufen weiter.