Dortmund

Knöllchen für Obdachlose – Weil sie auf Dortmunds Straßen übernachten

Obdachlose sollen in Dortmund Strafe zahlen, wenn sie auf offener Straße übernachten. (Symbolbild)
Obdachlose sollen in Dortmund Strafe zahlen, wenn sie auf offener Straße übernachten. (Symbolbild)
Foto: Rolf Kremming / imago/Rolf Kremming
  • In Dortmund müssen Obdachlose Strafe zahlen, wenn sie auf offener Straße übernachten
  • Will die Stadt sie so aus der Innenstadt vertreiben?

Dortmund. Ins Gast-Haus in Dortmund kam im vergangenen Herbst ein obdachloser Mann. Er sollte innerhalb von sieben Tagen 20 Euro an die Stadt überweisen, weil er auf offener Straße übernachtet hatte. Ansonsten drohe ihm ein Bußgeldverfahren. Darüber berichten die Ruhr Nachrichten.

Mitarbeiter vermuten nun, dass die Stadt Dortmund so versuchen will, die Obdachlosen nach und nach aus der Innenstadt zu vertreiben. „In der Nordstadt wäre so etwas wohl nicht passiert“, sagt auch Alexandra Gehrhardt, Redaktionsleiterin der Straßenzeitung Bodo.

Zu wenig Schlafplätze für Obdachlose?

Etwa 300 bis 400 Obdachlose soll es in Dortmund aktuell geben, wahrscheinlich sind es sogar noch mehr. Schlafplätze gibt es aber nur maximal 90. Wie die Stadt gegenüber den Ruhr Nachrichten mitteilte, schliefen dort Ende Januar auch 78 Menschen. Pro Monat müssen sie 219,50 Euro dafür zahlen.

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Viele lehnen die Unterkünfte aber nicht nur wegen der Kosten ab. Häufiger soll es dort zu Diebstählen gekommen sein. Außerdem müssen Hunde draußen bleiben.

407 Verstöße im Jahr 2017

407 Verstöße gegen „Lagern, Campieren und Übernachten auf öffentlichen Plätzen“ gab es in Dortmund im vergangenen Jahr. Aktiv suchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes nicht nach schlafenden Obdachlosen, wie die Stadt beteuert.

Nur in Wiederholungsfällen seien zudem Strafen ab 20 Euro ausgesprochen worden. Wenn diese dann aber nicht bezahlt werden, droht den Betroffenen eine Gefängnisstrafe.

Welche Strafe am Ende angemessen ist, entscheide aber der einzelne Mitarbeiter. (fr)

 
 

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