Weichen fürs Dortmunder FZW sind gestellt

Foto: Knut Vahlensieck
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Dortmund.. Die Weichen für die Zukunft des FZW wurden gestern im Rat gestellt: Die Vergabe an den privaten Betreiber panUrama wurde im Rat beschlossen. Obwohl: Noch droht eine Klage wegen möglicher Verstöße gegen die EU-Richtlinien.

Die Weichen für die Zukunft des FZW wurden gestern im Rat gestellt. Mit den Stimmen von CDU und SPD wurde die Vergabe an den privaten Betreiber panUrama beschlossen. „Ich bin froh, dass das jetzt vom Tisch ist“, zeigte sich Kämmerer Jörg Stüdemann nach der Entscheidung erleichtert. Gleichwohl könnte noch Ungemacht drohen, da ja noch eine Klage wegen möglicher Verstöße gegen die EU-Richtlinien in Sachen staatlicher Beihilfen droht.

Erleichtert zeigte sich auch Till Hoppe von panUrama: „Wir wissen, dass wir vor einem riesigen Gewaltakt stehen, doch sind wir als Dortmunder mit vollem Elan bei der Sache.“ Er habe mit seinem Partner Thomas Pieper nicht die Absicht, das FZW inhaltlich komplett anders auszurichten. Doch stehe man vor dem Problem, dass man in der ersten Zeit sicher nicht die absoluten Highlights im Konzertbereich aufbieten könnte. Deshalb überlege man, ob man nicht das Programm um den Bereich Comedy erweitern wird. „Wir stehen mit den Veranstaltern, die bislang im FZW aktiv waren, im Gespräch, und das nicht erst seit der Ratsentscheidung.“

Debatte hoch gekocht

Es sei schade, dass die FZW-Debatte so hoch gekocht worden sei. Er werde zusammen mit Jörg Stüdemann am kommenden Dienstag mit den Mitarbeitern im FZW sprechen. Ziel sei es, „möglichst viele der Mitarbeiter zu übernehmen.“

Stüdemann betonte noch einmal, dass die negativen Schlagzeilen aus dem FZW nicht die Mitarbeiter oder das bisherige Programm betreffen. „Das Programm ist ganz, ganz großartig“, so der Kämmerer. Nach den Berichten der Rechnungsprüfer und der politischen Nachbearbeitung sei es an der Zeit, „dass das Haus wieder positive Aufnahme in der Stadt und Region findet“.

Betreiberform wie geplant

Man habe jetzt die Betreiberform, eine GmbH, die man immer haben wollte, nur nicht mit der AWo, sondern einem privaten Betreiber. Zudem seien Gastronomie und Konzertprogramm nun in einer Hand. Das Jugendamt selbst werde sich in das Objekt einmieten für eigene Veranstaltungen, habe zudem einen Raum angemietet, um ständig vor Ort präsent zu sein. Das sei im Vertrag verbrieft. Es sei nun am Jugendamt mit dem Verantwortlichen Daniel Binder das Profil dafür zu erstellen.

Die Rückmiete für diese Veranstaltungen (es sollen jährlich rund 40 sein) könnte jedoch noch im Rahmen der EU-Richtlinien „Verbot für staatliche Beihilfen“ ein gerichtliches Nachspiel haben. Denn nach Informationen der Westfälischen Rundschau liegen diese Mietpreise, die die Stadt dann an panUrama zahlen muss, wesentlich höher als bei vergleichbaren Konzerthallen. Und darin könnten die Richter möglicherweise die verbotenen „staatliche Beihilfen“ sehen. Zum anderen wird dadurch die vereinbarte panUrama-Pacht - aufs Jahr betrachtet - fast wieder ausgeglichen.

 
 

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