Weckruf für den schlafenden Löwen

Foto: WR

Wenn es nach einigen Bürgern geht, hat der „schlafende Löwe” im Westpark nicht seine letzte Ruhestätte gefunden. Sie möchten, dass Dortmunds ältestes Kleindenkmal wieder in die City kommt.

Heinrich Schade hat in einem Bürgerantrag gefordert, dass bei der Neugestaltung des Westentors das Löwendenkmal wieder dort aufgestellt würde. Heimatforscher Klaus Winter schlägt einen anderen Ort vor: „Ursprünglich stand der Löwe ja vor dem alten Hauptbahnhof.” Am 17. Oktober 1869 wurde das Denkmal dort eingeweiht. Mit Eichen umkränzt, erinnerte er an die Opfer des deutsch-österreichischen Krieges.

Der Löwe musste 1910 dem neuem Bahnhof weichen

Die Parkanlage war beliebt. Allerdings lag sie - wie der alte Bahnhof - innerhalb des Walls - dort, wo heute die Stadt- und Landesbibliothek ist. Sie musste 1910 dem Neubau weichen. „Der Bahnhof platzte aus allen Nähten. Damals wie heute”, sagt Winter. 1910 wurde der Löwe vorübergehend am Hohen Wall aufgestellt - dort wo heute der Bergmann-Bier-Kiosk steht. Viele Plätze waren im Gespräch: „Der Westliche Bürgerverein ließ deshalb ein 1:1-Modell des Löwen auf Rädern fertigen”, hat Winter recherchiert. „Sie haben den Löwen probeweise an verschiedenen Plätzen aufgestellt.”

1914, zum 50. Geburtstag des Landwehrvereins, wurden Fakten geschaffen: Am Ende des Hohen Walls, auf dem Körner Platz (heute Westentor), wurde das Denkmal aufgestellt. Allerdings deutlich erweitert: Der auf einem mächtigen Sockel ruhende Löwe bekam ein großes, mehrstufiges Podest mit Balustrade und ein Wasserbassin. Die beiden Weltkriege überstand das Denkmal dort fast unbeschadet, obwohl die umliegenden Wohnviertel sehr stark beschädigt wurden.

Kriegerdenkmal war dem Wiederaufbau im Weg

Allerdings musste das Kriegerdenkmal dann dem Wiederaufbau weichen. Es wurde auf einem städtischen Bauhof eingemottet. Erst auf Initiative des Heimatforschers Karl Neuhoff wurde der Löwe in den 50er-Jahren im Westpark wieder aufgestellt. Allerdings fristet er dort ein Schattendasein: Hinter hohen Büschen versteckt, verkam der Löwe zusehends mehr. Mitte der 80er-Jahre wurde das Denkmal unter Schutz gestellt und 1986 restauriert. Der neue Glanz hielt nur eine Woche: Der versteckt stehende Löwe wird regelmäßig zum „Opfer” von Graffiti-Sprayern.

Was aus dem Löwen wird, ist noch nicht geklärt: „Im Zuge der noch nicht abgeschlossenen Detailplanungen für die neuen Plätze am Westentor werden die Option Löwendenkmal ebenso wie eine Reihe anderer Möglichkeiten geprüft”, betont Stadtsprecher Udo Bullerdieck.

 
 

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