Was die Grabesstille zu erzählen hat

Foto: Linz/PiLi
Die US-Krimiautorin Tess Gerritsen war am 16. März 2012 zu Gast in der Thalia-Buchhandlung. Zusammen mit der Schauspielerin Mechthild Großmann, bekannt als Staatsanwältinin im Münster-Tatort, las sie aus ihrem aktuellen Roman „Grabesstille“.

Dortmund.. Die US-Krimiautorin Tess Gerritsen war am Freitagabend in Dortmund. In der Thalia-Buchhandlung las sie mit Schauspielerin und Hörbuch-Stimme Mechthild Großmann aus dem aktuellen Roman „Grabesstille“. Dabei erzählte sie viele persönliche Anekdoten und Geistergeschichten.

Tess Gerritsen hat 24 Bücher geschrieben, davon sind inzwischen neun Stück zu einer Serie gereift. Ihre beiden Heldinnen Jane Rizzoli und Maura Isles ermitteln in „Grabesstille“ wieder gemeinsam - und erstmals spielt eine Geschichte in Chinatown.

Die Bestsellerautorin hat selber chinesische Wurzeln. Ihre Mutter sei Chinesin gewesen, sagt sie bei der Lesung. „Sie hat mir viele chinesische Geistergeschichten erzählt.“ Zum ersten Mal verarbeitete Gerritsen ihre Wurzeln in einer Geschichte: „Das war auch für mich ein ganz neuer Ansatz.“ Dabei setzt sie sich nicht nur mit chinesischen Charakteren auseinander, sondern auch mit Jane Rizzoli. „Wie sie, wollte ich auch immer so amerikanisch wie möglich sein.“

In der Geschichte gibt es noch mehr Eindrücke aus dem echten Leben. So verprügelt gleich zu Beginn ihres Buches eine 55-jährige Martial Arts-Trainerin zwei große Männer. Die echte Kämpferin sei inzwischen 70 Jahre alt, erzählt Gerritsen: „Angeblich hat sie sogar übernatürliche Kräfte. Diese Frau wollte ich unbedingt in eine Geschichte einbinden.“

Für andere Bücher nehme sie häufig skurrile Zeitungsmeldungen. So zum Beispiel auch für das Buch „Scheintod“: Eine Frau wird nach einer Überdosis Schlafmitteln als vermeintlich tot ins Leichenschauhaus gebracht und wacht dort auf. „Eine perfekte Basis für einen Roman“, sagt Gerritsen, die früher selbst als Ärztin gearbeitet hat. Bei „Grabesstille“ sind jedoch die chinesischen Geistergeschichten im Fokus, wie die des Affenkönigs: Ein Affe lernt in der Legende zu kämpfen, wird unsterblich und will sich für Gerechtigkeit einsetzen. „Aber er ist und bleibt ein Affe“, sagt Gerritsen und meint damit, dass auch viel danebengeht.

Bei der Lesung sind die etwa 150 Zuhörer gebannt von der Amerikanerin, aber auch von Mechthild Großmann. Die Tatort-Staatsanwältin in Münster hat alle Tess Gerritsen Hörbücher eingesprochen. Der Klang ihrer markigen, dunklen Stimme entfacht ein paar Lacher, aber noch mehr Applaus.

Während Tess Gerritsen am zehnten Buch zu Rizzoli und Isles schreibt, schaffen es die beiden gegensätzlichen Charakteren ins Fernsehen. Mit den Serienepisoden, die gerade auch in Deutschland anlaufen, hat die Autorin aber nichts mehr gemein. Einzig der Hintergrund der Serie ist an die beiden Bücher „Der Meister“ und „Die Chirurgin“ angelehnt. Am Ende der Lesung verrät Gerritsen ihre Lieblingswerke: „Ich will nicht immer nur auf die Rizzoli und Isles-Serie reduziert werden“, sagt sie. „In der Schwebe“ sei eigentlich ihr bester Roman, dabei spielt die Geschichte auf einer Raumstation im Orbit.

 

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