Warum ein Chihuahua nicht Horst heißt

Die Wissenschaft ist auf den Hund gekommen: An der TU Dortmund diskutieren rund 20 Experten am Freitag und Samstag auf einer interdisziplinären Tagung. Es geht um das Verhältnis zwischen Hund und Herrchen - und um Fragen wie die nach dem Hund als Statussymbol. Auch der Hundename sagt einiges über den Halter aus.

Dortmund.. Die Funktion der Vierbeiner im menschlichen Zusammenleben ist bislang weitgehend wissenschaftliches Brachland. Auf Einladung des Instituts für Soziologie an der TU Dortmund gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) kommen jetzt Archäologen, Ethnologen, Kulturanthropologen, Philosophen, Psychologen und Wirtschaftswissenschaftler zusammen, um das Thema von allen Seiten zu beleuchten.

Hund als Statussymbol

Spannende Fragen haben sich die Forscher vorgenommen: Sind Hunde auch ein Statussymbol? Welcher Hund passt dann beispielsweise zu einem Mercedesfahrer? Und welche Rolle spielt dabei der Name des Tieres? Warum etwa erwarten wir beim Rufen nach "Horst" auf der Hundewiese keinen Chihuahua?

Weitere Tagungsthemen behandeln den Umgang mit dem Tod eines Hundes und auch Tabuthemen wie das Essen von Hunden oder Hundeopfer in alten Kulturen.

Soziale Grenzen überwinden

Soziologieprofessorin Nicole Burzan, die die Veranstaltung gemeinsam mit Prof. Ronald Hitzler organisiert hat, referiert über Hunde als "Indikatoren und Generatoren sozialer Ungleichheit". Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob das tägliche Treffen zweier Hunde soziale Grenzen zwischen den Menschen am anderen Ende der Leine überbrücken kann. Hitzler beschäftigt sich mit der Frage, was die Hundehalter ihrem Tier an Verständnis unterstellen.

Mit welchen Arten von Hunden welche Menschen leben und wie Menschen mit Hunden leben, ist zwar ein ständiges Thema einschlägig unterhaltsamer oder belehrender Schriften und Sendungen. "In der sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschung aber spielt das Leben mit Hunden in Gesellschaften wie der unseren nach wie vor nicht die Rolle, wie sie der zahlenmäßigen Verbreitung der Tiere angemessen wäre", sagt der Soziologieprofessor. Allein schon in den beiläufigen Begegnungen von Hundeliebhabern und Hundehassern stecken Fragen, die zwar in Ratgebern bearbeitet werden, wissenschaftlich hingegen aber kaum gestellt, geschweige denn beantwortet sind.

Die interdisziplinäre Tagung "Auf den Hund gekommen" soll deshalb einen Beitrag zur Forschung über die vielfältigen Funktionen von Hunden im menschlichen Zusammenleben und zu den oft gegensätzlichen Einstellungen von Menschen zu Hunden leisten.

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