Warum die Kastanien in Dortmund absterben

Blutende Stellen am Hauptstamm, eingetrocknete Äste, starker Blattverlust: Dortmunds Kastanien sind krank. Schuld an den Rissen und Dellen, an den welken und absterbenden Kronen ist ein Bakterium. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Kastaniensterben.

Dortmund.. Wie genau und woran sterben die Kastanien?

An einem Bakterium der Spezies Pseudomonas syringae pv. aesculi. Die von den Bakterien befallenen Bäume beginnen erst zu bluten. Dann werden die Wunden in der Rinde von Pilzen befallen. Die Blätter und Äste werden welk. Am Ende verfaulen die Bäume sozusagen bei lebendigem Stamm.

Woran erkennt man, dass eine Kastanie erkrankt ist?

Die Blätter der Bäume werden gelb und welk und die Rinde platzt großflächig ab.

Wie viele Bäume sind in Dortmund erkrankt?

Im gesamten Stadtgebiet gibt es insgesamt 2275 Kastanien. Davon sind 452 Bäume bereits von dem Bakterium befallen. Das sind 20 Prozent des Gesamtbestandes.

Müssen alle erkrankten Bäume gefällt werden?

Das kommt darauf an, wie stark sie befallen sind. Sie werden regelmäßig untersucht und gefällt, wenn sie nicht mehr verkehrssicher sind. Bis jetzt gibt es auch keine Bekämpfungsmöglichkeiten - erkrankte Bäume können nicht geheilt werden.

In welchen Stadtteilen stehen die erkrankten Bäume?

Am stärksten betroffen sind die Kastanien im Gebiet Innenstadt-Ost, Innenstadt-West und in Aplerbeck.

  • In der Innenstadt-Ost stehen 418 Kastanienbäume, fünf davon - an der Hermann-Löns-Straße - müssen bald gefällt werden.
  • In Aplerbeck sind rund 170 Bäume so stark befallen, dass sie in absehbarer Zeit gefällt werden müssen. Das sind allein für diesen Bereich rund 43 bis 44 Prozent aller Bäume, die da stehen. Allein 30 Bäume an der Wallanlage Stadtkrone Ost und 21 Bäume am Londoner Bogen müssen gefällt werden.
  • In Mengede ist keine Kastanie momentan so stark erkrankt, dass sie gefällt werden muss.
  • In der Innenstadt-West sind es vor allem die Bäume auf dem Wallring, die von der Krankheit betroffen sind. 564 Kastanien gibt es hier, 28 sind so weit erkrankt, dass sie nicht mehr lange stehen werden.
Werden anstelle der gefällten Bäume neue gepflanzt?

Einfach eine neue Kastanie zu pflanzen, macht keinen Sinn: Der Baum würde in kürzester Zeit ebenfalls angesteckt. Wie genau ist allerdings bislang unklar. Deshalb will die Stadt nun auf "Zukunftsbäume" setzen, also Arten, die möglichst resistent und langlebig sind. Dafür ist ein Arbeitskreis eingerichtet worden, der sich damit beschäftigt, alternative Baumarten zu finden.

Mit dem Ersatz sind auch Ausgaben verbunden: Rund 1100 Euro Kosten verursacht die Ausfräsung eines erkrankten Baumes und die anschließende Neupflanzung.

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