Warnung vor Neonazis in Dortmunder Sportvereinen

Neonazis wollen in Dortmund weiter Fuß fassen.
Neonazis wollen in Dortmund weiter Fuß fassen.
Foto: Knut Vahlensieck
Der Stadtsportbund Dortmund engagiert sich gegen Rechts. Zuletzt wurden Sportvereine vermehrt Ziele rechtsradikaler Unterwanderung. Sogar der bekannte Neonazi Dennis G. hatte versucht, sich der Badminton-Abteilung eines Vereins anzuschließen. Als er aufflog, bekam er Hausverbot.

Dortmund. Der Dortmunder Stadtsportbund (SSB) und seine Sportjugend engagieren sich gegen Rechts. Wie nötig das ist, wird aus dem aktuellen Newsletter deutlich. Der SSB schildert, wie einer der führenden Köpfe der Dortmunder Neonazi-Szene versuchte, in einem Verein im Dortmunder Westen unterzukommen.

Raffael Diers, Referent für Kinder- und Jugendprojekte beim SSB, führt das Beispiel des DJK Oespel-Kley TUS 1923 e.V. an. „Nur durch besondere Aufmerksamkeit der Verantwortlichen im Verein konnte hier verhindert werden, dass Neonazis sich in das Vereinsleben einschleichen und so möglicherweise ihr Gedankengut verbreiten.“

Der 1. Vorsitzende der DJK Oespel-Kley macht in einem anliegenden Schreiben deutlich, in welcher Weise Sportvereine betroffen sein können. Es war Dennis G., einer der Hauptakteure der rechten Szene und einer der mutmaßlichen Rädelsführer des Überfalls auf die 1. Mai-Kundgebung vor drei Jahren, der in der Badminton-Abteilung auftauchte.

„Er hatte einige Male zur Probe trainiert; war aber noch nicht Vereinsmitglied“, so Kremer. Seine wirkliche Identität ist durch einen Zufall deutlich geworden. Durch die Vereinserweiterung sind neue Sportler nicht sofort aufgefallen. Mitte März gab es für G. umgehend Hausverbot. Man hat ihm gesagt, er sei unerwünscht und er solle die Räume verlassen, was er ohne Widerspruch getan habe.

Das Verhalten war „abgebrüht“

Der Verein vermutet, dass G. aus agitatorischen Gründen an seinem neuen Wohnort soziale Kontakte knüpfen wollte. „Abgebrüht“, so Kremer, sei dies gewesen, weil der DJK Oespel-Kley schon lange international und gegen Rechts ausgerichtet sei.

Der Vorsitzende appelliert an andere Vereine, wachsam zu sein. Wichtig sei schnelles und konsequentes Handeln, falls jemand auffällig würde. Vereine, ist Kremer überzeugt, werden durch vielfältige Aktionen für ein menschliches Miteinander sowie durch ein Anti-Nazi-Konzept für die Gruppierungen uninteressant.

Der DJK Oespel-Kley plädiert dafür, ein Handlungskonzept stadtbezirksübergreifend zu entwickeln. Der SSB, so Raffael Diers entwickelt derzeit mit anderen Gruppen auch dazu ein Positionspapier.

Gegenprotest

Die Sportjugend im Dortmunder Stadtsportbund (SSB) arbeitet derzeit mit anderen Jugendverbänden zusammen. Ziel sei es, ein Konzept zu entwickeln, wie Gegenveranstaltungen zu rechtsradikalen Aufmärschen aussehen könnten und was sie dürfen. Fragen oder Anregungen zu diesem Thema sind per Mail möglich.

Dem Stadtsportbund sei wichtig, seine Mitgliedsvereine zu besonderer Aufmerksamkeit anzuregen und für die potenziellen Gefahren zu sensibilisieren, heißt es in dem aktuellen Newsletter.

 
 

EURE FAVORITEN