Wann zahlt die Krankenkasse ein Taxi zum Arzt?

Ulrike Böhm-Heffels
Die Krankenfahrt mit dem Taxi zum Arzt zahlt die Krankenkasse nur im Ausnahmefall.
Die Krankenfahrt mit dem Taxi zum Arzt zahlt die Krankenkasse nur im Ausnahmefall.
Foto: Michael Korte
Wer krank ist, muss zum Arzt — wenn nötig mit dem Taxi. Aber einfach der Krankenkasse die Rechnung schicken geht nicht: Die Kassen haben strenge Regeln für die Kostenübernahme von Krankenfahrten. Welche Regeln gelten für wen? Wir klären auf!

Dortmund. "Es vergeht seither kein Tag ohne heftigsten Diskussionsbedarf am Taxistand", sagt eine Sprecherin der Dortmunder Taxivereinigung. Die meisten Patienten wären sich nicht darüber bewusst, dass sie im Krankheitsfall meistens auf den Kosten für eine Taxifahrt sitzen bleiben, oder zumindest in Vorleistung gehen müssen.

"Die Krankenkasse muss vorher zustimmen, ob sie die Kosten übernimmt. Es reicht nicht, wenn uns die Fahrgäste ein Attest ihres Arztes vorlegen", so Dieter Zillmann, Vorsitzender der Taxi-Vereinigung. Bei Notfall-Krankenfahrten müsse der Fahrgast in Vorleistung gehen.

Auch dann ist aber nicht sicher, dass die Kasse zahlt. Denn die verweist in solchen Fällen meist auf den Paragraphen 60 im Sozialgesetzbuch. Der bedeutet kurz zusammengefasst:

Fahrten zur ambulanten Behandlung werden grundsätzlich nicht übernommen.

Ausnahmen:

  • Fahrten zu Leistungen, die stationär erbracht werden
  • Fahrten zu ambulant erbrachten Operationen
  • Rettungs-Fahrt ins Krankenhaus (auch wenn keine stationäre Behandlung erforderlich wird)
  • wenn während der Tour eine fachliche Betreuung erforderlich ist
  • nach Genehmigung: Serien-Fahrten zur ambulanten Behandlung in besonderen Fällen

Serien-Fahrten sind zum Beispiel:

  • Dialyse
  • Strahlen- und Chemotherapie
  • Schwerbehinderte mit Merkzeichen aG, Bl und H (außergewöhnlich gehbehindert/blind/hilflos)
  • Patienten mit Pflegestufe II oder III

Merkblatt für Patienten

Im Merkblatt für Patienten wird u. a. auf die "zwingende medizinische Notwendigkeit" auf der Verordnung des Arztes hingewiesen, gesondert zu begründen für Hin-und Rückfahrt.

Weiterhin heißt es, dass bei nicht planbaren Patientenfahrten (akute Erkrankung) ein Beschluss der Spitzenverbände der Krankenkassen besteht, dass die Genehmigung im Einzelfall auch nachträglich eingeholt werden kann.

Und die Patienten finden detaillierte Infos zur komplizierten Zuzahlungs-Regelung bei einer genehmigten Beförderung.