Von der Leyen sieht Deutschland in Erfolgsspur

Foto: Knut Vahlensieck
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen gab sich in Dortmund die Ehre und nahm am Wirtschaftsgespräch der Westfälischen Rundschau un der Volksbank teil.

Dortmund. „So voll wie heute war es noch nie hier“, konnte Martin Eul, Vorstandsvorsitzender der Dortmunder Volksbank zum neunten gemeinsam mit der Westfälischen Rundschau veranstalteten Wirtschaftsgespräch erfreut feststellen: Es gab allerdings auch einen guten Grund, warum so viele Dortmunder gestern in die Volksbank geströmt waren: Den Besuch von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.

Einen besseren Zeitpunkt hätte es kaum geben können, schließlich wurde gestern die von ihr maßgeblich gestaltete Hartz-IV-Reform von Bundestag und Bundesrat bestätigt. Und so hatte die 52-jährige CDU-Politikerin viel zu berichten, von zähen Verhandlungen, von Rückschlägen und Erfolgen und von den anstehenden Aufgaben.

„Es ist nicht lange her, da wurde Deutschland noch als unflexibel und starr bezeichnet“, so die Tochter Ernst Albrechts, des ehemaligen Ministerpräsidenten von Niedersachsen. „Heute beneiden uns viele um den Modernisierungsprozess, den wir durchgemacht haben“, so von der Leyen, „Deutschland ist zurück in der Erfolgsspur.“ Sich jetzt zurückzulehnen wäre falsch, so die Ministerin. Es gebe drängende Probleme, die gelöst werden müssten.

„Uns gehen die Menschen aus“

„Uns geht nicht die Arbeit aus, uns gehen die Menschen aus“, umriss die siebenfache Mutter das wohl größte Problem: den demographischen Wandel – die Entwicklung hin zu einer alternden Gesellschaft. Deutschland dürfe es sich nicht länger erlauben, Familie und Karriere als Gegensätze aufzufassen. „Wir brauchen ein sowohl als auch“, fordert von der Leyen, sonst wird der Fachkräftemangel zur Wachstumsbremse.

Doch die Ministerin zeigte auch Lösungsansätze auf: „Wir müssen Langzeitarbeitslose, Ältere, Frauen, junge Menschen mit sozialen Schwierigkeiten und ausländische Fachkräfte in unseren Arbeitsmarkt integrieren“, fordert von der Leyen. „Es ist schlicht ein Skandal, dass jede zweite alleinerziehende Mutter hierzulande von Hartz IV abhängig ist“, empört sich die Ministerin. Auch die Frauenquote müsse dringend angehoben werden, „wir dürfen dieses Potenzial nicht ungenutzt lassen“. Die Ministerin ist sich hinsichtlich der demographischen Entwicklung in Deutschland sicher: „Die Büchse der Pandora ist geöffnet, wir müssen uns mächtig bewegen“.

Von der Leyen zeigte sich aber trotzdem optimistisch: „Wenn wir es schaffen, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie hinzubekommen, wenn wir Ältere nicht länger zum alten Eisen packen, wenn wir klar machen, wir wollen die am besten ausgebildeten Zuwanderer, dann ist mir nicht bange um die Zukunft.“ Das sahen die rund 350 Gäste ähnlich und dankten es der engagiert redenden Ministerin mit kräftigem Applaus.

 
 

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