Viren und eisige Kälte greifen ans Herz

Gut 30 Prozent mehr Patienten meldet die Kardiologie im St. Johannes-Hospital. „Schuld ist nicht nur die Kälte, sondern auch ein Virus, der seit einigen Wochen die Menschen reihenweise aufs Krankenlager zwingt,” erklärt Chefarzt Prof. Hubertus Heuer.

Lothar S. traf es beim Schnee räumen vor seinem Haus. Nach wenigen Minuten ließ der 56-Jährige die Schüppe fallen und griff sich ans Herz. Mit krampfartigen Schmerzen in der Brust stolperte er ins Haus und tat das einzig Richtige: Er griff zum Telefon und wählte die 112. „Für Angina Pectoris-Patienten ist dieses Wetter besonders schlimm”, erklärt Heuer. „Die verengten Herzkranzgefäße ziehen sich beim Einatmen der kalten Luft noch weiter zusammen. Und so entsteht dann der Infarkt.”

Doch besonders auffällig sei in diesem Jahr eine andere Gruppe von Patienten. „Es sind überwiegend junge Leute, die sich mit einem Virus ansteckten, der auch grippeähnliche Beschwerden verursacht”, so der Arzt. „Bei manchen Patienten setzen sich diese Viren auf den Herzmuskel und zerstören das Gewebe. Eine gefährliche Sache.” Die Symptome seien ähnlich wie beim Herzinfarkt. Diese Patienten würden sofort auf die Intensivstation gelegt, wo man den Krankheitsverlauf beobachten würde.

385 Notfalleinsätze fuhr die Feuerwehr in drei Tagen - „gut 20 mehr als zu Normalzeiten”, wie Pressesprecher Thomas Osthoff sagt. Nicht nur die vermehrten Einsätze, sondern besonders das Wetter sei der Grund, dass die Flotte der 19 Rettungswagen um vier Reservefahrzeuge erweitert wurde. „Durch die schlechten Straßenverhältnisse sind die Fahrzeuge länger unterwegs”, so Osthoff. Die Hauptstraßen seien zwar überwiegend geräumt, aber in den Nebenstraßen sähe es teilweise katastrophal aus. „Und das kostet leider Zeit.”

 
 

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