Vier Tage Streik an der Kinokasse im Cinestar Dortmund - Vorstellungen ausgefallen

Foto: WR/Franz Luthe
Die Dortmunder Cinestar-Mitarbeiter streiken für einen Tarifvertrag.

Dortmund.. „Ziemlich beste Freunde“ – die aktuelle Kinokomödie passt gerade nicht auf das Verhältnis zwischen Dortmunds Cinestar-Theaterleiter Carsten Gülker und einem Großteil seiner Mitarbeiter. Die kämpfen für einen Haustarifvertrag und sorgen mit Streiks für den ein oder anderen Filmriss.

Für die insgesamt 120 Beschäftigten des Cinestar Dortmunds regelt zurzeit kein Tarifvertrag ihre Arbeitsbedingungen und Entgelte. Der Stundenlohn bei Ticketverkauf, Kartenabriss und Popcornverkauf fängt bei 6,20 Euro an – „das ist viel weniger als vergleichbare Kinounternehmen ihren Beschäftigten zahlen“, bemängelt Verdi-Verhandlungsleiter Frank Schreckenberg.

Eben diese Verhandlungen sind im Dezember in der ersten Runde gescheitert. Das Angebot der Arbeitgeberseite, eine „Ergebnisbeteiligung“, hatte die Gewerkschaft abgelehnt. Schreckenberg: „Eine solche erfolgsabhängige Zahlung ist in Managementkreisen üblich, im Niedriglohnbereich jedoch völlig absurd“.

Theaterleiter Carsten Gülker bezieht auf Arbeitgeberseite Stellung: Die angesprochenen Stundenlöhne seien das Entgelt für ungelernte Teilzeitkräfte und Aushilfen in der Probezeit. Vollzeitangestellte erhielten einen Stundenlohn von bis zu 13,04 Euro – zuzüglich Nacht- und Feiertagszuschlag sowie einer jährlichen Sonderzahlung. Die vorgeschlagene Ergebnisbeteiligung hätte, so Gülker, eine weitere Einmalzahlung von bis zu 600 Euro möglich gemacht.

Vorstellungen fielen aus

Geschäftsführung und Gewerkschaft sind in einem jeweils anderen Film, auch was die Wahrnehmung der Streikfolgen betrifft. Die organisierten Mitarbeiter des Cinestar gingen nämlich statt an ihren Arbeitsplatz auf die Straße. Bis dahin standen an manchem Streiktag auch die Warteschlangen vor den Kassen. Alle Hände voll zu tun hatten laut Kinobesuchern Aushilfen, Sicherheitspersonal und auch Mitglieder der Geschäftsführung, die die Löcher stopften. Was an vier aufeinanderfolgenden Tagen mehr schlecht als recht gelang. Gestreikt wurde von Donnerstag bis Sonntag, jeweils zur Hauptgeschäftszeit. Am Sonntag fielen die Frühvorstellungen aus.

Man habe „den Betrieb ohne nennenswerte Störungen aufrechterhalten“ können, sagt Gülker und führt die langen Schlangen auf „die Ferienzeit und das starke Filmangebot“ zurück. Überall im Servicebereich sei es an allen Tagen zu erheblichen Engpässen gekommen, widerspricht Norbert Szepan (Verdi). Das lenkt die Aufmerksamkeit auf die Tarifauseinandersetzung – und mittlerweile, so Szepan, seien die Dortmunder Vorreiter auch für andere Cinestarhäuser, zum Beispiel in Kassel, Osnabrück, Frankfurt.

 
 

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