Verkehrschaos und Gewalt nach Nazidemo am Westentor

In der Dortmunder Innenstadt hat am Montagabend eine größere Demo von Nazigegnern stattgefunden. Mehrere Gegendemonstranten hatten sich zunächst in einer Tiefgarage versammelt, um gemeinsam eine Polizeisperre zu durchbrechen. Fünf Beamte wurden verletzt. Die Kreuzung am Westentor war den gesamten Abend komplett gesperrt.

Dortmund.. Nachtrag Dienstag, 12.54 Uhr

Wie die Polizei in ihrer Abschlussmeldung bekannt gibt, wurden rund um die Nazi-Demo bei den Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Gegendemonstranten fünf Polizisten verletzt, unter anderem durch "Faustschläge ins Gesicht", einen Flaschenwurf und Rangeleien mit den Neonazi-Gegnern.

Insgesamt wurden vier Gegendemonstranten festgenommen. Gegen sie wird nun wegen Landfriedensbruch, Widerstands gegen die Staatsgewalt und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Auch ein Redner der Neonazi-Demo bekam eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

Polizeipräsident Gregor Lange bedauerte in der Pressemitteilung, dass sich in den friedlichen, lautstarken und öffentlichen Gegenprotest mehrerer hundert Bürger "zahlreiche Straftäter" gemischt hätten. Es sei für ihn "inakzeptabel, dass Gewalttäter friedliche Proteste missbrauchen um sich hier in Dortmund in Gewaltexzessen gegen Polizeibeamte zu ergehen."

Nachtrag Montag, 23.28 Uhr:

Hier noch ein Video-Zusammenschnitt zum Protest in der Innenstadt.

Abschlussmeldung:

Die EDG säubert nun die Kreuzung und es wird alles wieder freigegeben. Es gab mindestens vier Festnahmen. Wir müssen die Zahl der Gegendemonstranten korrigieren: nach Angaben der Polizei waren rund 800 Nazigegner, darunter auch gewaltbereite Antifas, unterwegs. Sie hatten den Abmarsch der Neonazis nach ihrer angemeldeten Demo erheblich gestört. Es gab mehrere Festnahmen. Auch Polizeifahrzeuge wurden durch Wurfgeschosse beschädigt, Spiegel wurden abgetreten und Reifen zerstochen. Wir beenden an dieser Stelle unseren Liveticker.

Aktualisierung 21.35 Uhr:

Die Kreuzung Westentor bleibt gesperrt. Rund 200 Nazigegner haben sie inzwischen verlassen und sind in Richtung Rheinische Straße abgezogen. Eine Gruppe von Neonazis befindet sich noch vor Ort, das Lautsprecherfahrzeug der Rechten ist abgefahren.

Aktualisierung 21.16 Uhr:

Die Demo der Rechten ist beendet. Am Westentor stehen noch ca. 150 Antifas und weitere 150 an der Kreuzung Kampstraße/Weddepoth. Ca 30 Rechte waren dort unterwegs - diejenigen die zu Fuß gekommen sind dürfen mit der U- und Stadtbahn abreisen. Probleme gibt es nur, wenn einzelne Neonazis eine Abreise per PKW über das Westentor planen. Dann droht eine komplette Räumung des Westentors.

Aktualisierung 20.12 Uhr:

Es befindet sich sehr viel Polizei rund um die Kampstraße und die Katharinenstraße. Eine große Menge an Nazigegnern hat sich in einer Tiefgarage versammelt und die Polizeisperre durchlaufen. Die Polizei meldet mehrere Festnahmen von allzu agressiv auftretenden Nazigegnern.

Aktualisierung 19.26 Uhr:

Die Westentor-Kreuzung ist wieder frei. Die Demo ist weiter zur Katharinenstraße gezogen. Dort haben sich rund 300 Nazigegner versammelt, schätzt unser Reporter. Die Polizei ist mit einem großen Aufgebot vor Ort.

Aktualisierung 19.12 Uhr:

Die Demo sorgt weiter für Verkehrsprobleme. Zeitweise wurde der Verkehr über die Rheinische Straße abgeleitet. Inzwischen ist der Wall zumindest halbseitig wieder befahrbar.

Erste Meldung 18.56 Uhr:

Antifa und Flüchtlingsunterstützer haben sich am Abend in der Innenstadt versammelt: Auf der Kreuzung Westentor findet zurzeit eine angemeldete Demo der Rechten statt. Unser Reporter schätzt, dass rund 200 Teilnehmer vor Ort sind. Die Demo sorgt für massive Verkehrsprobleme, ortskundige Autofahrer sollten diesen Bereich weiträumig umfahren.

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