Verbotsschild sorgt für Aufruhr im Kreuzviertel

Rebecca Müller
Am Freitag hat die Deutsche Annington Schilder vor die Grünflächen der Metzer Straße 43 bis 47 aufgestellt.
Am Freitag hat die Deutsche Annington Schilder vor die Grünflächen der Metzer Straße 43 bis 47 aufgestellt.
Foto: privat

Dortmund. Ein Schild sorgt derzeit im Kreuzviertel für Aufruhr: Am vergangenen Freitag hat die Deutsche Annington auf der Wiese zwischen ihren Wohnhäusern in der Metzer Straße ihr erstes Schild aufgestellt, das Ballspiele verbietet.

Anwohnerin Heike Rosemann ärgert sich darüber. Sie fragt sich, wieso einige ihrer Nachbarn offenbar immer noch gegen spielende Kinder eingestellt sind. „Es scheint fast, als fände eine Rückentwicklung in die 1970er Jahre statt“, findet sie - eine Zeit, in der es kaum ein Plätzchen zum Spielen und Kicken gegeben habe. Dabei hätten die auf der Wiese spielenden Kids sie nie gestört.

Katja Weisker von der Deutschen Annington erklärt, man habe sich dieses Verbot nicht leichtgemacht. „Natürlich müssen Kinder spielen, keine Frage. Aber wir haben über einen längeren Zeitraum massive Beschwerden bekommen, so dass das jetzt der Weisheit allerletzter Schluss war.“ Außerdem sei es in diesem Fall nicht um spielende Kleinkinder gegangen, vielmehr hätten sich die Beschwerden um eine Gruppe Jugendlicher gedreht, die „sich dort regelmäßig austobt“.

Auf Balkone geklettert und Flaschen geworfen

Während Heike Rosemann davon nichts mitbekommen haben will, bestätigt ein anderer Anwohner diese Version. Der Mann, der aus Angst vor möglichen Reaktionen der Jugendlichen nicht namentlich genannt werden will, berichtet von deren Eskapaden. „Sie haben tagelang ununterbrochen Fußball gespielt und dabei sogar ihre Trinkflaschen gegen die Häuser geworfen“, so der Anwohner. Flog ein Ball auf einen Balkon, kletterten sie, ohne zu fragen, hinauf und brüsteten sich lautstark damit. Die dort wohnenden Senioren versetzten sie damit in Angst und Schrecken - reagierten aber patzig auf Gesprächsversuche. Nicht selten trafen ihre Bälle auch geparkte Autos und Fensterscheiben. „Ich bin froh, dass das Schild jetzt da steht“, erklärt er - auch wenn darunter nun ebenfalls die zuvor ganz friedlich auf der Wiese spielenden kleinen Kinder leiden. In fußläufiger Umgebung gebe es aber genügend Bolz- und Spielplätze.

Die Metzer Straße scheint mit dieser Problematik ein Einzelfall zu sein. „In Bezug auf städtische Spiel- und Bolzplätze hat es in letzter Zeit keine Beschwerden gegeben“, berichtet Anke Widow, Pressesprecherin der Stadt Dortmund. Auch dem Ordnungsamt liegen keine aktuellen Meldungen vor.

Rechtlich gesehen, sind die Anwohner in der Metzer Straße im Recht, erklärt Holger Gautzsch vom Mieterbund. „Wenn Jugendliche auf Wiesen Fußball spielen, gilt das als Sport und nicht als normales Kinderspiel“ - und das müssen Mieter nicht hinnehmen. Deshalb könnten sie vom Vermieter verlangen, dass er sich des Problems etwa mit einem Verbotsschild annehme.