Veganer erobern die Brückstraße

Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Sie ist Mitbegründerin eines Internetversandshops für vegane Produkte, betreibt einen tierproduktfreien Cateringservice und hat Ende letzten Jahres erfolgreich ein Backbuch veröffentlicht.

Am Samstag, 26. Februar, eröffnet die erst 26-jährige Kim Kalkowski gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner einen veganen Einkaufsmarkt mit dazugehörigem Café im Brückcenter. Dabei kam der Schritt zum Gewerbe eher zufällig.

Vor acht Jahren entschied sich Kim Kalkowski aus ethischen Gründen dazu, vegan zu leben. „Ich wollte nicht länger, dass wegen meiner Ernährung und Lebensweise Tiere leiden und umgebracht werden müssen“, erklärt die Dortmunderin. Gemeinsam mit ihrem damaligen Mann und heutigen Geschäftspartner Ralf Kalkowski suchte sie deshalb nach Produkten, die vollständig ohne tierische Erzeugnisse auskommen – neben Fleisch und Fisch verzichten Veganer auch auf Eier und Milch. „In Supermärkten gab es aber kaum vegane Produkte, deshalb haben wir selbst größere Anbieter ausfindig gemacht und dort bestellt“, erzählt die Dortmunderin.

Schnell klinkten sich Freunde und Bekannte ein, die ebenfalls auf der Suche nach einem umfangreicheren Angebot waren. „So entstand die Idee, einen Versand zu eröffnen“, erinnert sich Kim Kalkowski. Eine so erfolgreiche Initiative, dass wenig später ein Cateringservice für Hochzeiten und andere Feierlichkeiten dazukam und jetzt die Expansion im Brückcenter folgt.

100 Quadratmeter Verkaufsfläche

Dort eröffnet heute der vegane Einkaufsmarkt „Vegilicious” mit 100 Quadratmeter Verkaufsfläche. „Viele Stammkunden haben sich schon länger gewünscht, dass sie sich vor Ort beraten lassen können“, sagt die Geschäftsführerin. „Das können wir jetzt leisten und im Gegensatz zum Versand auch verderbliche Produkte wie vegane Tiefkühlpizza oder Eis anbieten.“ Im danebengelegenen Café „Cakes ´n´ Treats” bieten die Geschäftspartner neben Kaffeespezialitäten – darunter zum Beispiel Latte Macchiato mit Sojamilch – frische Backwaren wie Torten, Crêpes und Muffins an. „Hier lassen wir unsere Erfahrungen aus dem Cateringservice einfließen“, so die Geschäftsführerin. Insgesamt 16 Mitarbeiter zählt das vegane Gewerbe mit der jüngsten Erweiterung. „Unglaublich, wenn man bedenkt, wie naiv wir vor fünf Jahren an die Sache rangegangen sind“, sagt die Dortmunderin. „Aber der Erfolg zeigt, wie dringend so ein Angebot gebraucht wird.“

Wichtig ist Kim Kalkowki zu betonen, dass sie niemanden von einem veganen Leben überzeugen möchte. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden“, so die Geschäftsführerin. Mit dem Gewerbe wolle man aber die Möglichkeit bieten, sich auch als Veganer vollwertig zu ernähren, ohne auf etwas verzichten zu müssen. „Daneben freuen wir uns auch über jeden normal essenden Kunden, der bei uns vorbeischaut und sich davon überzeugt, wie gut es auch ohne tierische Produkte schmecken kann.“

 
 

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