Väter arbeiten für die Integration ihrer Kinder

BIFF, ein Verein für Integration, stellt sein Männernetzwerk vor.
BIFF, ein Verein für Integration, stellt sein Männernetzwerk vor.
Foto: Knut Vahlensieck
Zwei Mal in der Woche diskutieren bis zu 20 Männer an der Wittener Straße miteinander. Sie haben ihre Wurzeln in Marokko, Spanien, der Türkei oder Deutschland. Sie kochen und sprechen über Gott, die Welt, Integration und die Zukunft ihrer Kinder.

Dortmund.. Alles begann in der Küche. Vor einem Jahr trafen sich Khalid Ouaakki und Antonio Diaz mit zwei weiteren Freunden zum Kochen im Vereinshaus von BIFF (Bildung - Integration - Frauen - Familien). Nach der gemeinsamen Mahlzeit plauderten die Männer noch über Gott und die Welt. „Dabei haben wir uns entschlossen, mehr zu machen“, sagt Khalid Ouaakki. Die Gruppe „Väter-Arbeit“ war entstanden.

Zukunft der Kinder

Zwei Mal in der Woche diskutieren bis zu 20 Männer an der Wittener Straße miteinander. Sie haben ihre Wurzeln in Marokko, Spanien, der Türkei oder Deutschland. Antonio Diaz weiß, warum die Resonanz gestiegen ist. „Im Fußballverein kann man über Themen wie Religion nicht reden. Bei uns geht das“, betont einer der Gründerväter. Hauptsächlich sprechen die Väter aber über die Zukunft ihrer Kinder. Sie fordern gleiche Bildungschancen für alle – dabei kennen die Väter keine Grenzen. „Manolo und Pepe haben in der Schule ähnliche Probleme wie Peter. Da können wir voneinander lernen“, betont Antonio Diaz.

Die „Väter-Arbeit“ in Dortmund ist mittlerweile auch über die Stadtgrenzen bekannt. So sprach Antonio Diaz zuletzt beim Neujahrsempfang mit dem Bundespräsidenten Christian Wulff über die Treffen an der Wittener Straße. In dieser Woche machte sich Züliye Kaykin, NRW-Staatssekretärin für Integration, ein Bild von der „Väter-Arbeit“. „Als ich vor einem Jahr das Thema Väter mit Migrationshintergrund prominent besetzt habe, wollte ich Väter insgesamt zum Miteinander für ein gemeinsames Rollenverständnis sensibilisieren und stärken“, erklärte die SPD-Politikerin. „Ich habe großes Interesse daran, dass wir den Austausch von Know-how und den strukturierten Dialog nicht abebnen lassen.“

Kaykin erfuhr bei ihrem Besuch in Dortmund auch von Zukunftsplänen der Eltern: So wollen Ouaakki und Diaz demnächst einen Film drehen, in denen sie das Leben ihrer Vorfahren dokumentieren. Und ein Kochbuch mit internationalen Gerichten erscheint demnächst. Das gemeinsame Essen ist nach wie vor ein verbindendes Element.

 
 

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