Ungarns Kunst im Umbruch

Foto: WR

Ungarn - ein Land, das in die Moderne aufgebrochen ist. Von April bis Juni erobert die Kultur des ehemaligen Ostblockstaats bei den 40. Internationalen Kulturtagen „scene ungarn in nrw” mit gut 50 Veranstaltungen und Ausstellungen Dortmund.

Selbstbewusster Leitspruch: „Es gibt viele Vorurteile - die guten sollte man genießen”.

Ein Festivalbudget von 600 000 Euro hilft, die Vielfalt Ungarns zu zeigen - 150 000 gibt die Stadt, 200 000 das Land; den Rest die Partner. Ungarn in den Fokus zu rücken, drängte sich nahezu auf; schließlich ist es mit Pe´cs parallel zum Ruhrgebiet Kulturhauptstadt 2010. Zudem hat die Kooperation Tradition in Dortmund: 1971 fand der erste osteuropäische Brückenschlag statt, das zweite Mal 1987, zwei Jahre vor der Öffnung der ungarischen Grenze, berichtet Kurt Eichler, Geschäftsführer Kulturbetriebe. Das diesjährige Festival zeigt Kunst, die post-sozialistische Brüche und gesellschaftliche Umwälzungen spiegelt.

Die Eröffnungsveranstaltung „Labyrinth” des Hungarian State Folk Ensemble am 12. April im Opernhaus „zeigt exemplarisch, wie sehr dieses Land im Übergang steckt”, beschreibt Burkhard Rinsche vom Kulturbüro. Traditionelle Versatzstücke aus Volksmusik und Folklore mischen sich mit moderner Tanzoper.

Tanz der freien Szene und Theater sind ohnehin ein Schwerpunkt des Festivals, der sich primär im Theater im Depot abspielt: Das heutige ungarische Lebensgefühl soll in Produktionen von Be´la Pinter, Kristzia´n Gergye und Ma´rta Ladja´nzki sowie Ferenc Fehe´r spürbar werden.

Das jazzige Ungarn zeigt sich im domicil. Die Sängerin Bela Palya (16. April) gilt als eine der schönsten Stimme des Landes; für internationales Aufsehen sorgt das Miha´ly Dresch Quartett (17. April). Als kreative Ensembles gelten Ja´nos Nagy feat. Four Bones sowie Pop Ivan (23. April).

Auch Freunde der elektronischen Musik kommen auf ihre Kosten - zum Beispiel bei den Budapest Nights, einer Ausgabe der Audiodigitale, am 14. und 15. Mai im Kellergewölbe des U-Turms - noch vor der offiziellen Eröffnung.

Fünf Ausstellungen von gehöriger Themenbreite gehören ebenso zum Festival-Programm: In die zeitgenössische Kunst Ungarns tauchen das Künstlerhaus (ab 9. April), der Dortmunder Kunstverein (ab 30. April) und der Hartware MedienKunstVerein ab 14. Mai im U-Turm ein. Das Historische und die Verbindung von Ungarn mit der hiesigen Wiedervereinigung beleuchtet die kinematorgrafische Installation „Deutsche Einheit am Balaton” im Museum für Kunst und Kulturgeschichte.

Filme im Roxy und dem SweetSixteen-Kino sowie ein Dialogprogramm der Auslandsgesellschaft NRW gehören ebenso dazu.

 
 

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