Umbau des U-Turms kann doch viel teurer werden

Foto: WR RALF ROTTMANN

Dortmund. Die Finanzierung des Dortmunder U-Turms ist knapp auf Kante genäht. Noch sind die Kosten für den Umbau auf rund 49 Millionen Euro taxiert. Ab 50 Millionen stünde ein zeitaufwändiges Prüfverfahren der EU an.

Auch wenn Dortmunds Kämmerer und Kulturdezernent Jörg Stüdemann nicht müde wird zu betonen, man werde den Kostenrahmen für den Umbau des U-Turms nicht sprengen, gab er nun im Kulturausschuss seine Bedenken zu: Aktuell könne „keine Garantie dafür übernommen werden, dass die Grenze nicht doch überschritten wird.“ Deshalb diskutiere man einen Plan B.

Wenn er auf den Wirbel um das „U“ angesprochen wird, erinnert Stüdemann gern an die viel größeren Bauchschmerzen, die ihm einst das Konzerthaus in Dortmund bereitete. Doch so cool er sich gibt, lassen ihn die Finanzierungsrisiken nicht kalt. Noch sind die Kosten für den Umbau auf rund 49 Millionen Euro taxiert. Würde die 50-Millionen-Grenze überschritten, stünde ein aufwändiges Prüfverfahren der EU mit unklarem Ausgang an. Gestern gab es der Kämmerer den Mitgliedern des Kulturausschusses schriftlich: Zum jetzigen Zeitpunkt könne „keine Garantie dafür übernommen werden, dass die Grenze nicht doch überschritten wird.“

Zwar betonte Stüdemann, dass sich die Kostenschätzungen für den Umbau des „U“ nicht wesentlich verändert hätten. O-Ton: „Wir werden im Fördermittelrahmen bleiben.“ Und: Zu viele Kontrollinstanzen auf allen Ebenen von Stadt, Bezirksregierung und Land trügen dafür Sorge. Gleichwohl ließ er zumindest schriftlich auf CDU-Anfrage durchblicken, dass man schon über einen Plan B nachgedacht habe.

Worst-Case-Szenario wurde bereits diskutiert

Das Worst-Case-Szenario sei im Rahmen der jüngsten Sitzung des Koordinationskreises unter Leitung des Beauftragten der Landesregierung und im Beisein von Vertretern der Staatskanzlei, des Wirtschafts- und Wissenschaftsministeriums diskutiert worden. Dabei habe der Vertreter des Wirtschaftsministeriums vorgeschlagen, „eine Anfrage an die EU-Kommission zu richten“. Damit wolle man ausloten, wie sinnvoll es sei, „bereits vorsorglich einen Großprojektantrag zu stellen“. Die Federführung für den Antrag läge beim Wirtschaftsministerium.

Ob es soweit kommt, ist offen. Sicher ist nur, dass es zuletzt an ausreichenden Sicherheits- und Brandschutzanlagen gefehlt habe, um den nötigen Versicherungsschutz für die Kunstwerke zu bekommen. Hier müsse (vorerst provisorisch) Abhilfe geschaffen werden. Sicher ist, dass die Staubbelastung in den Ausstellungsräumen zu hoch war und reduziert werden müsse. Sicher ist, dass „ein Mehraufwand beim Personal“ nötig ist. Wie hoch die Kosten ausfallen und wer sie trägt, entscheide sich frühestens Ende Oktober.

„Durchboxen statt rumjammern

Und sicher ist auch: Dass jenseits der Kosten etliche Mitglieder des Kulturausschusses höchst unzufrieden sind. Ausschussvorsitzender Manfred Sauer (CDU) fühle sich über Monate „veralbert“ und hofft, dass die künftige Freude über den U-Turm „nicht zu teuer erkauft wird.“

Dr. Jürgen Brunsing (Grüne) beklagt, der U-Turm habe den Ausschuss seine Glaubwürdigkeit gekostet. Und Jörg Stüdemann offenbar auch Nerven. Er empfahl: „Durchboxen statt rumjammern.“

 
 

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