Überfall auf dem Weihnachtsmarkt – Prozess gegen Sven K. beginnt

Neonazis in Dortmund. Am Dienstag, 15. Mai, beginnt der Prozess gegen Sven K. Foto: Dirk Bauer, WAZ FotoPool
Neonazis in Dortmund. Am Dienstag, 15. Mai, beginnt der Prozess gegen Sven K. Foto: Dirk Bauer, WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Der bereits wegen Totschlags an dem Punker „Schmuddel“ verurteilte Neonazi Sven K. muss sich ab Dienstag erneut vor Gericht verantworten. Er ist angeklagt, weil er im November auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt zwei Menschen mit einem Messer attackiert haben soll.

Dortmund.. Erst hetzten am 26. November 2011 Neonazis ihre Opfer, zwei türkischstämmige Jugendliche, über den Weihnachtsmarkt, schlugen sie dann nieder. Als die beiden schließlich am Boden lagen, traten sie zu, zertrümmerten eine Bierflasche auf dem Kopf eines der dann blutüberströmten jungen Männer und jagten sie weiter durch die Stadt. Ein Quartett um den vorbestraften Sven K. steht ab Dienstag, 15. Mai, im Landgericht, Sitzungssaal 24, vor Gericht. Sven K. war nach der Ermordung des Punkers Thomas Schulz bereits verurteilt worden, war vorzeitig aus der Haft entlassen worden.

Die vier Angeschuldigten im Alter von 19 bis 25 Jahren werden mit der sogenannten „Skinheadfront Dorstfeld“ in Verbindung gebracht und stehen in Verdacht, auf dem Weihnachtsmarkt brutal zugeschlagen und -getreten zu haben.

Back Up begleitet die Opfer

Eine 21 Jahre alte Dortmunderin, die sich auf Zeugenaufrufe nachträglich bei der Polizei gemeldet hatte, soll zudem als „Vaterlandsverräterin“ tituliert und bespuckt, ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes soll als „dreckiger Jude“ beschimpft worden sein. Back up, Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Gewalt in NRW, betreut die beiden Geschädigten seit der Tat. Sie werden als Zeugen in dem Prozess aussagen. Back up übernimmt ihre Prozessbegleitung. Die beiden jungen Männer wurden bei dem Angriff verletzt, durch Schnittwunden und Blutergüsse. Claudia Luzar, wissenschaftliche Leiterin der Beratungsstelle, weist in diesem Zusammenhang auch auf den psychischen Druck hin, dem die Opfer seit diesem Angriff ausgesetzt sind: „Sie sind seither ganz besonders verängstigt, weil die Angreifer Mitglieder der äußerst brutalen Skinhead-Front Dorstfeld sind.“

 
 

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