TU Dortmund hinkt Stand der Technik hinterher

Das Semesterticket müssen sich die Studierenden der TU Dortmund selbst ausdrucken und zuschneiden, die UniCard, die bisher nur das Kopieren ermöglicht, soll sie demnächst ersetzen und noch weitere Funktionen erhalten.
Das Semesterticket müssen sich die Studierenden der TU Dortmund selbst ausdrucken und zuschneiden, die UniCard, die bisher nur das Kopieren ermöglicht, soll sie demnächst ersetzen und noch weitere Funktionen erhalten.
Foto: WAZ FotoPool

Dortmund..  Die Technische Universität (TU) Dortmund wird ihrem Namen nicht ganz gerecht – zumindest, wenn es um die von ihr ausgegebene Studentenkarte geht. Denn die sieht zwar toll aus, ist aber kaum zu gebrauchen.

Das Versichertenkärtchen der Krankenkasse, die Bankkarte und vielleicht noch die Kreditkarte hat fast jeder im Portemonnaie. Für Studenten der Dortmunder Hochschulen kommt neben der UniCard, dem Studentenausweis im Chipkartenformat, noch das Semesterticket dazu, welches auf weißem Papier im DIN A 4-Format ausgedruckt werden muss und nur in Kombination mit einem amtlichen Lichtbildausweis gültig ist.

Dieses sogenannte NRW-Ticket berechtigt zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in ganz Nordrhein-Westfalen. Seit dem Wintersemester 2008/2009 ersetzt es den Dortmunder Hochschülern den herkömmlichen Studierendenausweis, der bis dato noch als Fahrschein im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) fungierte.

Unhandliches Format

Das unhandliche Format wird nicht selten von Studierenden beklagt, auch weil es nicht von den neu eingeführten elektronischen Fahrscheinscannern in den Stadtwerke-Bussen erkannt wird.

Andere Hochschulen sind der Technischen Universität (TU) da weit überlegen: An der Ruhr-Uni-Bochum können Studenten bereits seit 1997 ihre Chipkarten als VRR-Ticket nutzen, für Fahrten in Rest-NRW muss allerdings auch hier der Lappen aus der Geldbörse gefriemelt werden.

Die Universität Duisburg-Essen zeigt, wie es gehen kann: Die Chipkarte dient als NRW-Ticket und ist als Geldkarte nutzbar. Eine spezielle Software macht das bargeldlose Zahlen möglich. Diese gibt es zwar auch bei der Dortmunder UniCard, jedoch ist diese noch nicht in vergleichbarem Umfang nutzbar. Bislang können TU-Studenten ihre UniCard lediglich als Kopierkarte nutzen. Bargeldloses Zahlen in der Mensa ist momentan noch nicht möglich, sei allerdings in Planung, wie Marc Hövermann vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) versichert.

Hochschulkarte kommt

Bereits Ende November wollen TU und Fachhochschule (FH) ein neues Chipkartenformat vorstellen, welches als „Dortmunder Hochschulkarte“ mit mehr Funktionen aufwarten soll. Für Beschäftigte der FH soll es in Zukunft die Funktionen Dienstausweis und Zeiterfassung geben.

Über weitere Details zur neuen Chipkarte wollen sich FH und TU erst zur offiziellen Präsentation am 28. November äußern.

Sicher ist bisher lediglich, dass die neue Karte noch nicht das NRW-Ticket behinhalten wird. Sowohl TU als auch FH bleiben also vorerst beim Fahrschein, der in digitaler Form an die Studierenden verschickt und am Rechner ausgedruckt werden muss.

Stadtwerke müssen kooperieren

Um sich vom „Ticket2Print“-Verfahren loslösen zu können, bedarf es der Mithilfe von Kooperationspartner Stadtwerke. Deren Sprecher Bernd Winkelmann verweist auf unterschiedliche Kartensysteme, die es der Uni Duisburg-Essen ermöglichen, die UniCard im All-inclusive-Paket anzubieten. Ein entsprechendes Kartensystem müsse von den Dortmunder Unis angeboten werden. „Dann können unsere Techniker beide Systeme nebeneinander halten und Testläufe durchführen“, so Winkelmann.

Im Idealfall könnte das sechs bis zwölf Monate dauern, eine konkrete Planung gäbe es aber noch nicht.

 
 

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