Tod des Juweliers in Dortmunds Nordstadt ist nicht zu klären

Wer von den beiden Angeklagten für den Tod des Juweliers in der Dortmunder Nordstadt verantwortlich ist, bleibt unklar. Archiv-Foto: Rottmann
Wer von den beiden Angeklagten für den Tod des Juweliers in der Dortmunder Nordstadt verantwortlich ist, bleibt unklar. Archiv-Foto: Rottmann
Foto: Ralf Rottmann
Am 6. Dezember 2008 erlag der Dortmunder Juwelier Francesco La Paglia (51) nach einem brutalen Raubüberfall seinen Kopfverletzungen. Die Staatswanwaltschaft fordert für die zwei Angeklagten neun und zehn Jahre Haft. Doch wer genau für den Tod in der Nordstadt verantwortlich ist, bleibt unklar.

Dortmund. Am Nikolaus-Dienstag ist es auf den Tag genau drei Jahre her, da brach das Leben für Claudia La Paglia und ihre vier Kinder zusammen wie ein Kartenhaus. Drei Tage hatte der Todeskampf ihres Mannes, ihres Vaters, gedauert. Am 6. Dezember 2008 erlag Francesco La Paglia (51) nach einem brutalen Raubüberfall auf sein Geschäft „Italy Gold“ an der Bornstraße in Dortmunds Nordstadt seinen Kopfverletzungen. Doch wer der jetzt angeklagten zwei Räuber für seinen Tod verantwortlich ist, so erklärte Staatsanwältin Barbara Cuntze in ihrem Plädoyer, ließ sich auch in dem zweiten Prozess vor dem Schwurgericht nicht klären.

Wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubes forderte sie für die beiden 28 und 31 Jahre alten Männer Haftstrafen von neun und zehn Jahren. Ursprünglich hatte die Anklage auf Raubmord und Raub mit Todesfolge gelautet. Doch wer nun in dem Kampfgetümmel in dem kleinen Laden dem vierfachen Familienvater die tödlichen Schläge versetzte und mit welcher Tatwaffe – dies ließ sich laut Staatsanwaltschaft in dem über ein Jahr dauernden und akribisch durchgeführten Prozess nicht mit der nötigen Klarheit beweisen.

Bereits 2009 sind zwei heranwachsende Täter aus dem Quartett vor der Jugendstrafkammer zu Haftstrafen von vier und acht Jahren verurteilt worden.

Prozess seit Oktober 2010

Kurz nach dem Urteil konnten mit Hilfe der rumänischen Polizei auch jene jetzt angeklagten Männer festgenommen werden, die seit Oktober 2010 auf der Anklagebank des Schwurgerichtes sitzen.

Der gravierende Unterschied zu dem Prozess vor der Jugendstrafkammer: An einem der Tatwerkzeuge wurde die DNA-Spur des 31 Jährigen gefunden, und zwar an dem Ringeisen. Doch ob es wirklich dieses Juwelierwerkzeug war, mit dem Francesco La Paglia die tödlichen Verletzungen zugefügt wurden, war nicht festzustellen. Insgesamt fünf Rechtsmediziner wurden zu der Frage gehört. Einig war man sich nur: Der ebenfalls in dem Kampfgetümmel gefundene Holzhammer scheidet aus, doch käme auch die Weinflasche in Frage...

Schwer traumatisiert

Die Brüder Salvatore und Francesco La Paglia haben am Mittag des 3. Dezembers 2008 verzweifelt ihren Schmuck verteidigt – eine solche Gegenwehr hatte das Quartett nicht erwartet. Auch der schwer verletzte Bruder hat in dem Getümmel Vier gegen Zwei nur Beine gesehen. Salvatore La Paglia hat sich seitdem schwer traumatisiert nach Sizilien zurückgezogen. „Es gibt in meinem Leben keine Sonntage mehr“, so hatte er als Zeuge gesagt – an den Sonntagen kam stets die ganze große Familie zusammen

Am 16. Dezember plädiert die Verteidigung, das Urteil wird am 5. Januar gesprochen.