Tina Dico – Musik, die die Seele anspricht

Tina Dico, dänische Sängerin, zu Gast in Dortmund. WR-Bild: Ralf Rottmann
Tina Dico, dänische Sängerin, zu Gast in Dortmund. WR-Bild: Ralf Rottmann
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund. „Musik ist Leben, Philosophie und Rückführung zum Kern der Seele“ untertitelt Tina Dico ihr neues Album „Welcome Back Colour“. Am 8. Oktober macht die Dänin (32) im Dortmunder Konzerthaus Station – in der Reihe „Pop-Abo“.

„Musik ist Leben, Philosophie und Rückführung zum Kern der Seele“, untertitelt Tina Dico ihr neues Album „Welcome Back Colour“, das am 24. September erscheint. Auf ihrer Promotion-Tour schaute die in ihrer Heimat Dänemark mehrfach platindekoriert 32-Jährige schon mal beim Konzerthaus rein, wo sie am 8. Oktober das erste Konzert im Pop-Abo 10/11 spielen wird.

Im Sommer diesen Jahres sind sie mit einem 35-köpfigen klassischen Orchester aufgetreten, Konzertsäle sind Ihnen also nicht fremd. Empfinden sie einen Unterschied zu Auftritten in Hallen?

Tina Dico: Es ist schon überwältigend. Für mich fühlt es sich an, als ob das Publikum auf die Bühne herunter drückt. Solche Konzerte sind oft intensiver. Ich kann ohnehin von Live-Auftritten nicht genug bekommen. Aber es ist großartig, in einem Raum zu spielen, der eine starke Atmosphäre ausstrahlt.

Ihre Musik wird als Folk-Pop beschrieben, skandinavische Einflüsse hört man aber nicht.

Nein, meine Einflüsse sind Bob Dylan und Leonard Cohen. Menschen, die mit ihrer einfühlsamen Musik eine Geschichte erzählen. Den größten Teil meiner Alben habe ich auch in New York aufgenommen.

Ist so eines Ihrer Stücke in den Soundtrack zu „Grey’s Anatomy“ gekommen?

(Lacht) Sogar ein paar meiner Songs laufen in amerikanischen TV-Serien, aber das ist pures Glück, nichts worum ich mich besonders bemüht habe. In den USA gibt es diese besondere Art von Serien, die immer nach neuen Indie-Namen suchen – aufrichtiger, emotionaler Musik, die von Herzen kommt.

Sie sind in diesem Jahr auch mit zwei „Robert“, dem dänischen Oskar, für Ihren Soundtrack zum Spielfilm „Oldboys“ ausgezeichnet worden. Diese Musik haben Sie aber speziell für den Film geschrieben?

Diese Arbeit war eine großartige Erfahrung. Und es ist etwas ganz anderes, als bloßes Songschreiben, denn die Musik muss zu den Charakteren passen. Ich hatte das große Glück, dass ich eine nahezu fertige Fassung des Films bekam, zu der ich schreiben konnte. Eine ganz andere Art des Schreibens: Man braucht fünf Sekunden Musik hier und zwanzig dort. Erst als die Filmmusik fertig war, bin ich mit diesen ganzen Einzelteilen ins Studio gegangen und habe Songs und dann ein Album daraus gemacht.

Zwei dieser Stücke sind auch auf „Welcome Back Colour“, das nahezu ein Best-of ist. Eine CD mit akustischen Neu-Arrangements einiger Ihrer Stücke, die andere CD hauptsächlich mit ihren Single-Auskopplungen. Was ist dabei die Grundidee?

Es ist eine Art Retrospektive. Über die Jahre habe ich mit vielen großartigen Musikern zusammengearbeitet, wie zum Beispiel den Engländern Zero 7, die elektronische Elemente in meine Musik brachten, ich wollte das alles mal zusammen fassen. Leuten, die meine Musik bisher nicht kannten, verschafft es einen guten Überblick, was meine Musik in den neun Jahren meines Schaffens ausgemacht hat – sowohl die Up-Tempo-Nummern für das Radio, als auch die akustischen Arrangements, die ich viel live spiele. Schon im Jahr 2000 habe ich meine Plattenfirma aufgemacht, also kann ich solche Projekte verwirklichen. Als ich anfing mit großen Labeln zu verhandeln, fühlte es sich völlig falsch an, mit Fremden über meine Musik zu diskutieren. Die Plattenfirma ist mein Weg meine Musik so authentisch wie möglich zu halten.

Mit ihrem Umzug von London zurück nach Kopenhagen klingt das nach Umbruch. Jetzt haben Sie auch ein neues Studio, wird das Ihren Sound verändern?

Weniger das Studio, als der Punkt, an dem ich jetzt in meinem Leben bin. „Welcome Back Colour“ ist schon ein Schlusspunkt, durch die akustisch neu arrangierten Songs aber auch ein Anfang.

 
 

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