Tierisch viel Arbeit im Zoo Dortmund

Die Seelöwen und ihre Fütterung sind bei den Zoobesuchern besonders beliebt.
Die Seelöwen und ihre Fütterung sind bei den Zoobesuchern besonders beliebt.
Foto: WR/Franz Luthe
Der Konkurrenzdruck ist hoch. Im Dortmunder Umkreis gibt es viele attraktive Zoos. Die Besucherzahlen im Dortmunder Zoo gehen auch deswegen zurück. Um ihn auf Vordermann zu bringen und weiter Publikum zu locken, gibt es „tierisch“ viel zu tun.

Dortmund.. Man könne über so vieles reden. Nur über eines nicht. Der Zoo gehört zur Stadt Dortmund, daran wird nicht gerüttelt. Auch dass der 60 Jahre alte familiäre Tierpark mit einer modernen Erlebniswelt nicht mithalten kann – geschenkt. Trotzdem müsse etwas passieren, forderte Oberbürgermeister Ullrich Sierau eine konzeptionelle Überarbeitung ein – um die Besucherzahlen zumindest zu halten.

Besucherzahlen

Der Dortmunder Abwärtstrend ist deutlich: Von einem Spitzenwert 2002 mit 576 303 Besuchern sind im Jahr 2011 gerade noch 414.000 übrig. Im Jahr davor war die Bilanz sogar unter die 400.000-Grenze gesackt. Anderen Zoos ergeht es tatsächlich genauso, sie verlieren im Schnitt allerdings weniger. So hat Dortmund von 2007 bis 2010 fast 20 Prozent an Federn gelassen – das wird nur vom Wuppertaler Zoo (-26,9 %) getoppt.

Ursachen

Das Ruhrgebiet ist die Region mit der höchsten Zoodichte auf der Welt, schreibt Frank Brandstätter in seinem Strategiepapier. Dortmund liegt im Wettstreit mit 19 größeren und kleineren tiergärtnerischen Einrichtungen im Umkreis, die dasselbe Publikum ziehen. Dazu kommt der Konkurrenzdruck auf dem gesamten Freizeitmarkt. Gleichzeitig spiegeln die Besucherzahlen die Bevölkerungsentwicklung wider. Und: Während die Nachbarzoos in den letzten Jahren ordentlich investiert hatten, tat sich in Dortmund – außer Erhalt und Erneuerung bestehender Anlagen – nicht viel Neues.

Tierbestand

Die Gesamtzahl der Tiere ist gestiegen (35 %), die Artenvielfalt zurückgegangen (-11,5 %). 2011 lebten 2049 Tiere aus 223 Arten im Dortmunder Zoo – darunter sieben von zehn der deutschen Lieblingstiere: Pinguin, Löwe, Tiger, Krokodil, Giraffe, Nashorn, Menschenaffe, Erdmännchen und Seelöwe. Fehlen: Flusspferd, Eisbär, Elefant. Letzteren wird es auch in Zukunft nicht geben: Wegen des wackeligen Untergrundes, des riesigen Platzbedarfes und nicht zuletzt der Intelligenz der Dickhäuter: „Die muss man beschäftigen“, sagt Stadtdirektor Jörg Stüdemann.

Konzept

Der Zoo hat noch immer Nachholbedarf. Und zwar nicht nur bei Versorgungsleitungen und Sanitäranlagen. Erholung, Bildung, Forschung und Artenschutz sollen hier unter einen Hut gebracht werden. Strengere Tierschutzrichtlinien gehen dabei einher mit einer veränderten Einstellung seitens der Besucher. Sie erwarten großzügige lebensnahe Gehege. Vorrangiges Ziel (und schon in Planung) ist die Erneuerung der Robbenanlage – schließlich ist die Schaufütterung der Seelöwen nach wie vor der Hit.

Den Schwerpunkt Südamerika würde der Zoodirektor gerne durch einen Park im Park in den Mittelpunkt rücken: Namensgeber soll Yurumi, der Große Ameisenbär sein. Und dann gibt es noch viele Einzelwünsche: Um- und Neugestaltung der Anlagen zur Haltung südamerikanischer Kleinkatzen, der Neubau einer Tapirunterkunft mit Unterwasserblick für die Besucher, Erweiterung der Brillenbäranlage, aufwendige Sanierung des Amazonashauses, gerne auch Platz für Seekühe, eine Hornrabenvoliere, Erdmännchenanlage, Afrika-Stall...

Das ist wohl eine der einfachsten Möglichkeiten auf dem weg zum attraktiven Zoo und ebenfalls ein langgehegter Wunsch seines Direktors: Die Umbenennung der Stadtbahn-Haltestelle Hacheney in Hacheney/Zoo.

 
 

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