Thier-Galerie macht Kaufhof keine Angst

Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.. Sie lieben sich heiß und innig: die Stadt Dortmund und die ECE. Nun wurde die Ehe bei der feierlichen Einweihungsgala vor 1100 geladenen Gästen endlich besiegelt und die Thier-Galerie eröffnet.

„Konstruktiv“ sei die über dreijährige Zusammenarbeit gewesen, das Ergebnis eine „Bereicherung“ – da sind sich alle Beteiligten einig.

27 500 qm zusätzliche Einzelhandelsfläche, zu 40 Prozent belegt mit neuen Formaten (z.B. Hollister, Primark, Vila Clothes) und ein „Mengeneffekt“, der „preisdämpfend“ auf die Innenstadt-Mieten wirken könnte – so fasst Oberbürgermeister Ullrich Sierau die Vorteile zusammen. „Das ist eine Win-win-Situation für ECE, den Standort, den Einzelhandel und die Kunden.“

Lokale und regionale Händler

Auch Center-Manager Alexander Crüsemann betont: „Wir wollen Dortmund nachhaltig stärken.“ Dafür spreche nicht nur der 26-Prozent-Anteil lokaler und regionaler Händler – u. a. die Stadt-Parfümerie Pieper, der Frisörsalon Looxx und das Eiscafé Biancaneve. Auch in den City-Ring sei man eingetreten, mit dem Einzelhandel wolle man sich „regelmäßig abstimmen“ und als aktives Stadtmarketing seien Erlebnisaktionen geplant – vom Kinder-Backen über Modenschauen bis zur Promi-Bühne.

Doch vor allem der Standort komme der Stadt zu Gute: Das Center stellt eine neue Verbindung zum Hohen Wall her, wo in der ehemaligen Verwaltung der Thier-Brauerei neben 4000 qm Büroflächen auch die Hövels Hausbrauerei angesiedelt wird. Und durch den Haupteingang – nur einer von sechs – in Gestalt der historischen Fassade des ehemaligen Berlet-Hauses gewinne der Westenhellweg an Attraktivität.

„Ein starkes T(h)ier wacht jetzt über den Westenhellweg und wird ihn nach vorne bringen“, ist ECE-Geschäftsführer Dr. Andreas Mattner überzeugt. Mit großen Warenhäusern wie Kaufhof oder Karstadt würden sich Synergieeffekte ergeben. Trotz eines ähnlichen Sortiments werde man von der „Frequenzverlagerung zum oberen Westenhellweg“ mitprofitieren, stimmt Kaufhof-Geschäftsführer Bernd Düvel zu.

Goldene Zukunftsvisionen

Umfrage zur Thier-Galerie

Überwiegend positiv, teilweise aber auch kritisch fiel die erste Resonanz auf die Thier-Galerie aus.
Umfrage zur Thier-Galerie
WAZ-Foto-Pool

All die goldenen Zukunftsvisionen kommen nicht von ungefähr: Die ECE ist mit 137 Shopping-Centern im Management europäische Marktführerin, ihre Mieter erwirtschaften einen Jahresumsatz von 16 Milliarden Euro. So fanden sich auch für Dortmund die notwendigen Anleger: Größte Eigenkapitalpartner sind die Hamburg Trust (56 %) und die ECE/Otto-Gruppe (25 %), daneben gibt es 3400 Privatanleger, von denen 40 % aus Dortmund und Umgebung stammen. Mit einem Einzugsgebiet von rund drei Millionen Menschen ist die Stadt ein lukrativer Standort – einer, in den 300 Millionen Euro investiert wurden.

Dafür wird den Kunden einiges geboten: 160 Geschäfte befriedigen den Shopping-Rausch, inklusive eines 1500 qm großen Fitnesscenters und der „Apollinaris Food Lounge“ mit 14 Gastronomieanbietern und etwa 550 Sitzplätzen – zum Teil auf einer Außenterrasse mit Blick auf den Westenhellweg. Architektonischer Clou ist das „Haus im Haus“, das über 25 Brücken mit den umliegenden Ladenstraßen verbunden ist. Sogar ans Energiesparen haben die Entwickler gedacht: natürliche Be- und Entlüftung der Ladenstraßen, dem Tagesverlauf entsprechende dynamische Lichtsteuerung, Ökostrom. Übrigens: Die Hälfte der Büroflächen und zwei Läden sind noch zu haben.

 
 

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