The Buh – ein Geburtstagsständchen als Urknall

Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.. Wenn das Publikum bei dieser Band anhaltend „buuuhht“, dann ist das eher als Zustimmung gemeint. Bei den hervorragenden Live-Qualitäten von The Buh! kann man sich auch nichts Anderes vorstellen.

Hinter dem Namen verbergen sich sechs gestandene Dortmunder Musiker. Als All-Star-Band geplant war The Buh! allerdings nie. Ein Geburtstagsständchen sorgte für den Urknall. Als Quartett spielten Peter Freiberg (Cochise, Conditors), Guido von Koenen, Peter Krettek (Rocktheater N8chtschicht) und WDR-Radio-Moderator Thomas Koch einige Songs und leckten Blut. Freunde wie Ulrich Schlitzer (Rocktheater N8chtschicht) und Peter Jureit (Conditors, Grobschnitt) stießen zur Band und ließen langsam ein amtliches Projekt heranwachsen.

Weil alle Mitglieder gestandene Musiker sind, reichte es schnell nicht mehr aus, „just for fun“ ein paar Songs nachzuspielen und so begann man schnell, bekanntes Material neu und sehr eigen zu interpretieren. Da mit Freiberg und Schlitzer zwei außergewöhnlich gute Leadsänger der Band ihre Stimme geben und auch die anderen Mitglieder zur vokalen Harmonie beitragen, ist der mehrstimmige Gesang eines der Charakteristika des Buh!-Sounds. Dazu das Akkordeon von Peter Jureit, durch das der Sound sehr charmant wirkt.

Schneller als gedacht hat The Buh! einen eigenen Sound entwickelt. Wenn man die Musik der Band überhaupt in eine stilistische Schublade einordnen kann, dann könnte man den Sound als erfrischend groovenden Americana bezeichnen, auch wenn die Musiker zwischendurch Songs von Coldplay interpretieren. Die Musik von Willy De Ville oder Little Feat sind Inspiration, zwischen Country, Blues und Rock fühlt sich Peter Freiberg am wohlsten. „Die innere Einstellung zur Musik ist das Wesentliche, dazu ist ein gewisser Wohlfühlfaktor wesentlich und den habe ich bei The Buh! bis jetzt immer gespürt. Es ist eine Band bei der alle ihre Erfahrungen einbringen“, weiß Peter Freiberg das Zusammenspiel zu schätzen.

Freiberg, der als Drummer bei der Folk-Rock-Band Cochise begann und in den 80ern mit den Conditors (Aba sia Maria) und später Solo Erfolge feierte, hatte sich eigentlich schon lange aus dem Rock-Business zurückgezogen. Als Drehbuchautor der Comedy-Serie „Ritas Welt“ räumte Freiberg zusammen mit Thomas Koch alle TV-Preise ab. Sie erhielten den Adolf-Grimme-Preis, so wie den Deutschen Fernsehpreis. Musik geriet da immer mehr in den Hintergrund.

Freiberg hatte eigentlich mit dem Musikbiz abgeschlossen und gut 15 Jahre lang keine Musik auf professioneller Basis gemacht und auch The Buh! soll nicht in die Maschinerie geraten, in der irgendwann einmal Druck erzeugt werden könnte. „Vielleicht machen wir irgendwann auch mal eine Platte mit eigenen Songs, aber das muss ohne Druck entstehen. Die Verpflichtung unbedingt noch einen Song schreiben zu müssen, der Airplay im Radio bekommt, hat mir in der Endphase der Conditors alles verleidet“, will sich Freiberg nicht mehr den üblichen Mechanismen beugen.

In Dortmund könnte The Buh! zum Kult werden. Eine mögliche Perspektive für die Band, da sind sich alle von „The Buh“ einig: „Wir wollen sicherlich keine Kneipentour machen. Was uns vorschwebt sind drei bis vier Konzerte im Jahr in einem festen Club. The Buh! als Live-Institution, mit immer anderen Gästen, so dass es für das Publikum eine Motivation gibt sich The Buh! auch mehrmals im Jahr anzusehen, weil es immer wieder etwas Neues geboten bekommt.“

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