Tatort zeigt erneut sehr düsteres Bild von Dortmund - darum geht es im TV-Krimi

Tatort in der ARD: In einer Klinik in Dortmund wurde eine Ärztin tot aufgefunden. Kommissar Peter Faber ist auf der Suche nach dem Täter.
Tatort in der ARD: In einer Klinik in Dortmund wurde eine Ärztin tot aufgefunden. Kommissar Peter Faber ist auf der Suche nach dem Täter.
Foto: WDR / Thomas Kost

Der letzte Tatort aus Dortmund sorgte mächtig für Furore. Oberbürgermeister Ullrich Sierau forderte die Einstellung der Krimiserie in seiner Ruhrgebietsstadt. Das gezeichnete Bild über das Ruhrgebiet sei schlichtweg „Mobbing“. Am Sonntag zeigt die ARD den nächsten Tatort mit dem Titel „Inferno“ aus Dortmund. Kommt die Stadt wieder so schlecht weg?

Schon die Auftakt-Szene nach der klassischen Tatort-Melodie zerstört die Illusionen einer schönen Stadt. Hier könnte Regisseur Richard Huber auch glatt versucht haben, eine Dystopie Dortmunds zu zeichnen. Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) läuft die Treppe einer Brücke hinunter und geht unter einer düsteren Unterführung her.

Tatort aus Dortmund in der ARD: Kommt die Stadt diesmal auch so mies weg?

In der ersten Kamera-Einstellung wehen weiße Plastiktüten und anderer Müll über die Straße. Die graue Unterführung ist über und über mit Graffiti übersät - Graffiti von einer Sorte, die einen charmanten Streetart-Kunstaspekt nun wahrlich nicht erkennen lassen. Es sind Schmiereien. Ein Straßenschild ist umgekippt, ein Auto abgefackelt.

Kamerawechsel: Jetzt läuft der Zuschauer hinter Faber her. Der Ermittler wird von der Seite angepöbelt. „Eyyy!“, ruft ein herumlungernder Mann von der Seite. Doch Faber stört sich nicht daran und geht seelenruhig weiter, steuert auf einen Mann mit ins Gesicht gezogener Kapuze zu, der mit seinem Ellbogen ein Auto einschlägt. Während er das Lenkrad stiehlt, spricht Faber ihn an.

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„Dieser kleine Park mit dem Spielplatz, der ist doch hier irgendwo?“, fragt er völlig nebensächlich. Er wirkt wie weggetreten, in Gedanken versunken. „Da hinten links“, antwortet der Kriminelle. „Alles klar“, sagt der Ermittler und trottet in die beschriebene Richtung davon. Dann sieht man eine Vision seiner toten Frau und Tochter. Der Kommissar leidet seitdem an Depressionen, nimmt Medikamente dagegen.

Völlig weggetreten geht er weiter, die Musik ist düster. Er sitzt in einer U-Bahn, stiegt an einer Klinik aus. Im Vergleich zum letzten Tatort ist der Drehort diesmal im Gegensatz zur Zechensiedlung hauptsächlich ein Krankenhaus.

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Die Internistin Dr. Gisela Mohnheim wurde mit einer Plastiktüte über dem Kopf aufgefunden. Selbstmord? Eher unwahrscheinlich. Die Tür zum Ruheraum der Notaufnahme war von außen verschlossen. So kann so gut wie jeder verdächtigt und zum Täter werden. Doch der Chefarzt ist überzeugt, dass das Klinikpersonal nicht verantwortlich für den Tod der Kollegin sei.

Es sieht zunächst nach Selbstmord aus: Hat sich eine Ärztin in der Dortmunder Klinik wirklich umgebracht?

Doch es gibt auch durchaus schönere Seiten aus Dortmund zu sehen: schlichte weiße Neubaugebiete mit Grünflächen und Solarenergie auf den Dächern. Vögel zwitschern im Hintergrund, die Sonne scheint. Der Garten der Familie Monheim ist aber noch eine Baustelle. Die Stimmung ist auch alles andere als heiter, als die Ermittler dem Ehemann der Toten dort die traurige Nachricht überbringen. Er schlägt vor Wut und Trauer mit einer Schippe auf den Boden. (js)

 
 

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