Tatort-Star Stefan Konarske entdeckt Dortmund beim Laufen

Ein stiller Star: Stefan Konarske ist Kriminaloberkommissar Daniel Kossik
Ein stiller Star: Stefan Konarske ist Kriminaloberkommissar Daniel Kossik
Foto: WDR/Markus Tedeskino
Stefan Konarske ist der junge Polizist am „Tatort“ Dortmund. Der Norddeutsche erarbeitete sich die Stadt durch Spazierengehen – und beim Joggen.

Dortmund. Stefan Konarske ist beim Dortmunder „Tatort“ der Gegenspieler von Jörg Hartmann. Konarskes Figur, der junge Polizist Daniel Kossik, leidet unter den Launen seines Psycho-Chefs. Zugleich ist Kossiks Privatleben kompliziert. Am besten kann der glühende BVB-Anhänger Stress im Stadion vergessen. Kossik, das ist Dortmund pur. Schauspieler Konarske musste sich das Lokalkolorit seiner Figur hart erarbeiten, wie der zurückhaltende 35-Jährige im Gespräch am Rande der Dreharbeiten erzählte. Vom Ruhrgebiet kannte Konarske nur wenig – er kommt aus Norddeutschland.

Welche Ruhrgebietserfahrung haben Sie vor dem „Tatort“ gemacht?

Stefan Konarske: Nur eine einzige. Ich bin mit 19 aus Frankreich zurückgekommen und suchte händeringend einen Job. Ich bin auf eine Chiffre-Anzeige reingefallen – und fand mich in Dortmund in einer Drückerkolonne wieder.

Das klingt traumatisch. Was ist damals passiert?

Konarske: Nein nicht traumatisch. Dass ich zum ersten Mal in meinem Leben getrampt bin. Ich habe es in der Drückerkolonne nicht länger als 24 Stunden ausgehalten. Ein Mädel aus der Gruppe wollte, genauso wie ich, nach Hause. Da habe ich mit drangehängt. Der Fahrer hat uns aber nicht nach Dortmund zum Bahnhof gebracht, sondern nach Wuppertal – wahrscheinlich weil er Spuren verwischen wollte. Na, und da bin ich dann getrampt, zum ersten Mal mit 19.

Haben Sie nach diesen Erfahrungen nicht im ersten Moment gezuckt, als das Angebot für den „Tatort“ Dortmund kam?

Konarske: (sachlich) Natürlich hat man überlegt, ob man es machen soll. Denn mit so einem Engagement sind Einschnitte und Veränderungen verbunden.

Wie haben Sie sich Dortmund erarbeitet?

Konarske: Zunächst mal mit Google. Außerdem bin ich viel spazieren gegangen, weil man dann eine Stadt einfach besser kennenlernen und erschließen kann – und bin beispielsweise im Fredenbaumpark (in der Nordstadt) hängen geblieben. Ich bin ziemlich sportaffin. Im Park kann ich joggen, und ich mag das (Nordstadt-Kulturzentrum) „Depot“. Und den Westfalenpark. Dort gibt es in der Mitte des Parks einen Club, der „Daddy Blatzheim“ heißt. Die Architektur hat mich beeindruckt: Wenn man im Club ist, weiß man nie so genau, wo ist man jetzt wirklich: Ist man drinnen? Ist man draußen? Es ist ein bisschen zwischen den Welten.

Wo ist das Team beim Dortmund-Dreh untergebracht?

Konarske: In einem Hotel gegenüber der BVB-Zentrale unweit des Stadions.

Unternimmt das Team nach dem Dreh noch etwas gemeinsam?

Konarske: Kommt drauf an. Manchmal bin ich danach noch mit Aylin (Tezel) unterwegs. Wir verstehen uns gut. Wir machen gemeinsam Sport, oder essen noch was gemeinsam.

Als Fahnder sind Sie Fan vom BVB. Wie halten Sie’s mit Fußball?

Konarske: Als Kind hatte ich den großen Wunsch, Fußball zu spielen. Das wurde mir von meinen Eltern verboten. Warum, weiß ich bis heute nicht.

Dabei ist das Thema Fußball in den meisten Familien doch geradezu erwünscht.

Konarske: Ich war ein sehr sensibles Kind. Vielleicht hatten meine Eltern Angst, dass mir jemand meine viel zu dünnen Beinchen wegtritt. Deshalb wurde ich in den Tennisclub gesteckt, in den Sportschützenverein, und außerdem habe ich extrem viel Leichtathletik gemacht.

Mit Fußball war nix.

Konarske: Doch. Ich musste an jedem zweiten Wochenende mit meiner Mutter zum Frauenfußball. Sie war die Trainerin (lacht).

Wie sieht’s heute aus – gehen Sie ins Stadion?

Konarske: Ja. Ich habe mit der Kommissarsrolle auch ein neues Verhältnis zum Fußball entwickelt. Ich war inzwischen auch ein paar Mal im Stadion – in Dortmund, aber auch anderswo. Und das ist schon erstaunlich für mich, weil ich früher extrem viel Angst vor Menschenmassen hatte. Ich bin auch selten zu Konzerten gegangen. Das ist jetzt anders.

 
 

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