Szene soll im Hafen ankern

Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund. Ein Triumvirat aus Liegenschaftsamt, Wirtschaftsförderung und Gastronomie will wieder Leben in die ins Stocken geratene Verwandlung der Speicherstraße zum Szene-Hafen bringen.

Die bisherigen Investoren Gerhard Lang und Heribert Leutner waren ihrer Aufgabe als Entwickler acht Jahre lang nicht nachgekommen. Da das Duo somit seine vertraglichen Pflichten gegenüber der Stadt verletzt hatten, konnte diese den Kontrakt Ende 2009 nach einem Ratsbeschluss beenden.

Zu welchen finanziellen Bedingungen wollte Planungsdezernent Ullrich Sierau auf Nachfrage nicht sagen. Nun jedoch seien die Voraussetzungen geschaffen, der nach dem Abbruch des Thier-Geländes und dem Bahnhofsumbau momentan über das Stadtgebiet verteilten Party-Szene eine neue Heimat zu geben.

In Kürze soll deshalb ein Zirkel mit Vertretern von Liegenschaftsamt, Wirtschaftsförderung und dem ehemaligen Pächter der Strandbar Solendo, Oliver Buschmann, seine Arbeit aufnehmen. Der hatte sich vor einem Jahr von seinem Geschäftspartner Gerhard Lang getrennt und war aus dem Solendo ausgestiegen. Beide streiten derzeit noch vor Gericht um die Trennungsmodalitäten. „Es haben Gespräche stattgefunden. Wenn ich wieder voll einsteigen sollte, dann jedoch nur unter anderen Bedingungen”, sagte Oliver Buschmann. Er könne sich vorstellen, das Wasser und mehr Indoor-Aktivitäten ins Konzept miteinzubeziehen.

Für eine mögliche Planung hat die Stadt nun einen alten Entwurf des Architektenbüros Stege und Partner aus der Schublade geholt. Der sollte eigentlich schon vom Duo Lang und Leutner umgesetzt werden, was jedoch nicht geschah. Das Papier sieht über das Solendo hinaus noch weitere gastronomische Nutzung der Hafenkante und der Immobilien in der zweiten Reihe vor, um die Stadt am Wasser mit Leben zu füllen. Auch bisherige Freiflächen, die momentan als Parkplatz und Lager dienen, spielen in dem Stege-Konzept eine Rolle. Der mögliche Bau einer Lärmschutzwand, die Lärm von Musik und Verkehr von angrenzenden Wohngebieten fernhalten sollen, wird geprüft.

Sierau signalisiert, dass die Stadt „das große Rad drehe”, stellt aber klar, dass die Stadt lediglich die Rahmenbedingungen fürs Szene-Quartier schaffe. Investitionen müsse die Privatwirtschaft stemmen.

 
 

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