Syburg-Attentäter geht als freier Mann

Beim sogenannten Syburg-Attentat am 15. Mai 1995 wurden drei Polen in ihrem Auto durch eine Handgranate getötet. Foto: Franz Luthe
Beim sogenannten Syburg-Attentat am 15. Mai 1995 wurden drei Polen in ihrem Auto durch eine Handgranate getötet. Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund. Wegen Mordes, versuchten Mordes und Herbeiführens einer Sprengstoff-Explosion verurteilte das Schwurgericht am Mittwoch den sechsten Mann des Syburg-Attentats vom 15. Mai 1995 zu einer lebenslangen Haftstrafe.

Trotz der lebenslangen Haftstrafe konnte Syburg-Attentäter Salem K. (43) zunächst zu Frau und Kind nach Hause gehen: Das Gericht setzte den Haftbefehl außer Vollzug, in Kürze wird Salem K. dann antreten, um seine Reststrafe abzusitzen.

Hintergrund des ungewöhnlichen Urteils: Salem K. ist zwar in seiner Heimat Marokko vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden, hat jedoch fast vier Jahre dort unter menschenunwürdigen Verhältnissen in U-Haft gesessen. Diese Zeit wurde ihm im Verhältnis eins zu drei angerechnet. Das Schwurgericht sah es als erwiesen an, dass Salem K. in die Mordpläne eingebunden war. Die Clique rund um Bandenchef Christian K. traf sich am späten Abend des 15. Mai 1995, um im Wannebachtal eine tödliche Rechnung mit drei Polen zu begleichen.

Der Bandenchef warf eine Handgranate in den Golf der Polen, Norman Franz, der am meisten gesuchte Verbrecher Deutschlands und noch immer auf der Flucht, schoss einem zweiten Polen in den Kopf. Der dritte Mann überlebte schwer verletzt. Von all diesen Plänen hat Salem K., der nach der Tat nach Marokko flüchtete, nach Überzeugung der Kammer gewusst. „Wir haben es hier mit einer Besprechung von Kriminellen zu tun, in der es darum ging, dass andere Menschen umgebracht werden sollen“, so der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer. Das letzte Wort des Angeklagten: „Ich kann mir selbst nicht vergeben, dass ich damals versagt habe.“

 
 

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